Betrugsvorwurf

Telekom will mindestens 1,3 Millionen Euro von Drillisch zurück

09.11.2011
Im Streit der Deutschen Telekom mit einem Tochterunternehmen des Mobilfunk-Serviceproviders Drillisch verlangt der Bonner Konzern mindestens 1,3 Millionen Euro an Provisionszahlungen zurück.
Drillisch-Zentrale in Maintal
Drillisch-Zentrale in Maintal
Foto: Drillisch

Die Telekom wirft dem Unternehmen aus dem hessischen Maintal Provisionsbetrug vor, kündigte die Verträge fristlos und erstattete am Montag Strafanzeige in Hanau. Die Rückforderungen könnte sich aber womöglich noch erhöhen, sagte ein Telekom-Sprecher am Dienstag in Bonn auf Anfrage.

Der Konzern habe festgestellt, dass der Vertriebspartner seit Februar 2011 rund 30.000 Mobilfunkanschlüsse aktiviert habe, ohne dass tatsächliche Kundenverhältnisse mit Prepaidkarten-Besitzern zugrunde lägen. Auf diese Weise habe Drillisch mit seiner Tochterfirma Simply die Telekom um Provisionen betrogen. Nach Angaben von Drillisch entspricht diese Darstellung "nicht den Tatsachen".

Die Drillisch-Aktie erholte sich nach dem dramatischen Einbruch wieder etwas. Am Montagabend lag sie nach Bekanntwerden in der Spitze um bis zu 60 Prozent tiefer unter dem Vortageswert im TecDax . Zu Handelsschluss lagen die Drillisch-Papiere immer noch mehr als 40 Prozent im Minus. Bis Dienstagmittag legte sie wieder um 20 Prozent zu und lag bei rund sechs Euro.

Für Kunden der Drillisch AG und ihrer Tochterunternehmen, die das Telekom-Netz nutzen, ergeben sich nach Angaben der Telekom keine Auswirkungen. Die Netzleistungen würden weiter erbracht. Nach einer eigenen Prognose soll der operative Gewinn bei Drillisch in diesem Jahr bei 52 Millionen Euro liegen. (dpa/tc)