Huawei Cloud Congress 2015

Telekom und Huawei vertiefen ihre Cloud-Partnerschaft

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Auf dem Huawei Cloud Congress 2015 in Shanghai gab die Telekom weitere Details zu der Cloud-Partnerschaft mit Huawei bekannt. Auf Basis von Huawei-Hardware soll ein Public-Cloud-Angebot entstehen, mit dem man sowohl deutsche als auch chinesische Kunden adressieren will.
Die Digitale Seidenstraße soll Unternehmen entlang der Seidenstraße an der Digitalisierung teilhaben lassen.
Die Digitale Seidenstraße soll Unternehmen entlang der Seidenstraße an der Digitalisierung teilhaben lassen.

Bereits im Vorfeld des Huawei Cloud Congress 2015 (HCC 2015) in Shanghai war bekannt geworden, dass die Telekom ihr Public-Cloud-Angebot auf den chinesischen Markt ausweiten will. Im Rahmen des Projekts Digital Silk Road wollen Huawei und Telekom chinesischen Unternehmen, die in Deutschland aktiv werden, einen Cloud-Service bieten, dessen Bedienung etc. sie bereits von ihrem Heimatmarkt kennen.

Die Digitale Seidenstraße ist eine Initiative der chinesischen Cyberspace-Behörde. Sie will Unternehmen entlang der Seidenstraße an der Digitalisierung teilhaben lassen und letztlich die Handelsbeziehungen zwischen China und Europa stärken. Die Digitale Seidenstraße verknüpft die bestehenden Programme Neue Seidenstraße und Internet Plus. Mit der Neuen Seidenstraße fördert China den Ausbau von Straße, Schiene und Seeweg zwischen Orient und Okzident mit Milliardeninvestitionen. Eine erste Zugverbindung von China nach Duisburg ist bereits in Betrieb. Mit Internet Plus will China die traditionellen Industrien schnellstmöglich digitalisieren. Im Juli hatte die Cyberspace-Behörde die neue Initiative ins Leben gerufen.

Offizieller Start: CeBit 2016

Allerdings stellte Jörn Kellermann, Senior Vice President Computing Services & Solutions bei T-Systems, auf dem HCC 2015 in Shanghai klar, dass Telekom und Huawei mit dem Angebot nicht nur chinesische Kunden, sondern auch deutsche Unternehmen adressieren. So nehmen am ersten friendly-user-Test 30 deutsche Kunden teil - vom Startup bis zum Enterprise Customer. Anfang 2016 soll dann eine zweite Testwelle starten, bevor zur CeBIT 2016 der offizielle Start des Cloud-Angebots erfolgt.

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"Die Telekom betreibt dabei die Lösung selbst und wird mit internen Prozessen sowie externen Zertifizierungen sicherstellen, dass deutsche und europäische Datenschutz-Standards eingehalten werden", beschreibt Kellermann die Arbeitsteilung. Die Technologie, die Hardware sowie das Engineering steuert dazu Huawei bei. Auf diese Weise vertiefen die beiden Unternehmen laut Kellermann ihre seit zehn Jahren bestehende Partnerschaft und weiten diese sukzessive auf die Public Cloud aus. Dabei verfolgen Beide ehrgeizige Ziele: Am Ende des Prozesses soll nicht nur die weltweit größte SAP-Cloud stehen, sondern auch die größte Public Cloud.

Ziel: Preiswerter als AWS oder Google

Selbstbewusst erklärt Kellermann denn auch im Gespräch, dass man die anderen Public-Cloud-Anbieter wie AWS oder Google über den Preis angreifen wolle. Konkrete Preismodelle nannte er allerdings noch nicht, da die Preisfindung noch nicht abgeschlossen sei. Dennoch ist er vom Erfolg überzeugt, denn "bei uns werden Qualität und Preis im Einklang stehen, zumal wir in Sachen Sicherheit punkten können, denn der Bedarf an Cloud-Lösungen, die den deutschen Datenschutz-Standards entsprechen, wächst in der EU. Letztlich will man den Cloud-Umsatz bis 2018 verdoppeln und um mehr als eine Milliarde Euro wachsen. "Wir wollen stärker als der Cloud-Markt wachsen, der derzeit um die 20 Prozent zulegt", gibt sich Kellermann kämpferisch.

Technisch gesehen, verfolgen Huawei und Telekom anfangs ein Twin-Core-Konzept, hosten also ihr Angebot in zwei Telekom-Rechenzentren. Ein entsprechendes Wachstum vorausgesetzt, ist eine Ausweitung auf weitere Data Center geplant. Dabei kommt dem Huawei-Equipment keine untergeordnete Rolle zu, sondern es wird laut Kellermann "große Anteile des RZ einnehmen". Dabei setzt man bei dem IaaS-Angebot auf Openstack als technische Basis, da man sich hiervon Technologievorteile verspricht.

In der einfachsten Ausprägung umfasst die IaaS-Lösung klassische Netz- und Storage Angebote. Auf diesen wird die Telekom dann eigene Lösungen aus ihrem PaaS- und SaaS-Portfolio aufsetzen. Gleichzeitig werde man sich aber auch öffnen, so dass Partner eigene SaaS- und PaaS-Angebote auf dieser Basis offerieren könnten. Auf diese Weise, so die Intention, deckt man alle Bereiche der Prozess-IT, also IaaS, ab und kann ebenso Lösungen im Bereich PaaS, etwa Shop-System, bieten und auch beim Thema SaaS etwa mit ERP- oder Industrie-4.0-Anwendungen mit mischen. (mb)