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Telekom überrascht bei Gewinn, Umsatz und Schuldenabbau

13.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom hat im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen: Der Bonner TK-Konzern erzielte im Berichtszeitraum mit 508 Millionen Euro wieder einen Nettogewinn, nachdem im Vorjahresquartal hohe Abschreibungen auf Beteiligungen und UMTS-Lizenzen für einen Rekordverlust von 20,6 Milliarden Euro gesorgt hatten. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 22,5 Prozent von 4,2 Milliarden auf 4,7 Milliarden Euro. Der ehemalige Staatsmonopolist übertraf damit die Erwartungen der meisten Analysten. Diese hatten im Schnitt nur mit einem Ebitda von 4,57 Milliarden und einem Konzernüberschuss von 172 Millionen Euro gerechnet. Die Einnahmen der Telekom stiegen im Jahresvergleich um knapp fünf Prozent auf 14,08 Milliarden Euro - die mittlere Analystenschätzung betrug 13,94 Milliarden Euro.

Überraschend konnte die Telekom außerdem ihre Nettoverbindlichkeiten binnen Jahresfrist um 15,1 Milliarden von 64,3 Milliarden auf 49,2 Milliarden Euro reduzieren. Mit dem Abbau von knapp zwölf Milliarden Euro erreichte das Unternehmen bereits vorzeitig sein Jahresziel von 49,5 bis 52,3 Milliarden Euro Schulden.

Für die ersten neun Monate 2003 ergab sich für die Telekom ein Umsatzzuwachs um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 41,3 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis verbesserte sich von minus 24,5 Milliarden auf plus 1,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen begründete das deutlich bessere Ergebnis mit der positiven Entwicklung im operativen Geschäft sowie mit dem Wegfall negativer Sondereinflüsse. Das um Einmaleffekte bereinigte Resultat konnte der magentafarbige TK-Riese um 4,9 Milliarden auf positive 700 Millionen Euro verbessern.

Wesentlicher Umsatz- und Ergebnisbringer war die T-Com, obwohl der Umsatz in den ersten drei Quartalen um 1,8 Prozent gesunken ist. Die Erlöse der inzwischen verkauften Kabelgesellschaften miteingerechnet, sanken die Einnahmen um 3,5 Prozent auf 21,75 Milliarden Euro. T-Mobile erzielte dagegen einen Umsatzzuwachs um fast 18 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro. Internet-Anbieter T-Online konnte seine Einnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um über 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro steigern. Dem IT-Dienstleister T-Systems gelang es, trotz schwierigem Marktumfeld seine Erlöse im Jahresvergleich um rund ein Prozent auf über 7,7 Milliarden Euro zu erhöhen.

Für das Gesamtjahr 2003 strebt der Konzern nun einen bereinigten Ebitda-Gewinn von rund 18,2 Milliarden Euro an. Bislang hatte die Telekom lediglich erwartet, das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr von 16,3 Milliarden auf 16,7 bis 17,7 Milliarden Euro zu verbessern. Für 2004 stellen die Bonner einen bereinigten Ebitda-Profit von mindestens 19,2 Milliarden Euro in Aussicht. (mb)