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Telekom solide, aber hinter den Erwartungen

13.05.2004

Die Deutsche Telekom konnte im Anfangsquartal 2004 zwar Umsatz und operativen Gewinn leicht steigern, blieb jedoch hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Wachstumsmotor war erneut die Mobilfunktochter T-Mobile, die aber trotz Umsatzplus beim Ergebnis enttäuschte. Besser als erwartet schnitt dagegen unter dem Strich das weiter rückläufige Festnetzgeschäft ab.

Wie der Bonner TK-Konzern bekannt gab, stiegen die Einnahmen im Gesamtkonzern gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,7 Prozent auf 14 Milliarden Euro. Im fortgeführten Geschäft und bei stabilen Wechselkursen hätte der Umsatz immerhin um 7,5 Prozent zugelegt. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) verbesserte sich um 2,4 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchte die Telekom aber einen deutlichen Rückgang des Nettoprofits von 853 Millionen auf 169 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen allerdings von Steuervorteilen profitiert und Sondererlöse durch den Verkauf von Beteiligungen erzielt. Um diese außerordentlichen Effekte bereinigt, gelang es dem TK-Riesen, seinen Überschuss von 113 Millionen auf 227 Millionen Euro zu verdoppeln – trotz einer weiteren Rückstellung von 148 Millionen Euro für mögliche Belastungen aus dem Projekt Toll Collect. Die Erwartungen der Finanzexperten konnte die Telekom

damit aber nicht erfüllen. Die Analysten hatten im Schnitt mit einem Pro-forma-Gewinn von 334 Millionen Euro bei 14,12 Milliarden Euro Umsatz gerechnet. Als Ebitda-Profit hatten sie 4,64 Milliarden Euro vorhergesagt.

Insbesondere die Mobilfunksparte T-Mobile enttäuschte, obwohl sie mit einem Umsatzplus von knapp zwölf Prozent auf 5,9 Milliarden Euro erneut wesentlicher Wachstumstreiber war. Die Telekom-Tochter litt aber unter negativen Währungseffekten. Besonders stark wuchs T-Mobile USA, das seine Kundenzahl gegenüber dem Vorjahresquartal um fast ein Drittel auf 14,3 Millionen steigerte und seinen Ebitda-Gewinn um 25 Prozent auf 405 Millionen Euro verbesserte. Hierzulande sank das Ebitda dagegen von 814 Millionen auf 773 Millionen Euro.

Besser schnitt die Festnetzsparte T-Com ab, deren Einnahmen zwar um 6,9 Prozent auf knapp sieben Milliarden Euro abschmolzen. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ebitda ging jedoch nur um 1,2 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro zurück. Wie bereits am Vortag gemeldet (Computerwoche.de berichtete) erzielte T-Online gegenüber dem Vorjahresquartal einen Umsatzzuwachs um 10,8 Prozent auf 493 Millionen Euro. Der Ebitda-Profit (nach HGB) des Internet-Anbieters verbesserte sich von 75 Millionen auf 119 Millionen Euro.

Der IT-Dienstleister T-Systems verbuchte im Berichtsquartal einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis: Die Einnahmen sanken um 3,3 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro, das Ebitda reduzierte sich sogar um 18 Prozent von 368 Millionen auf 301 Millionen Euro. Laut Telekom sind an dem Rückgang aber ausschließlich die Verkäufe von Tochtergesellschaften, darunter Sirius und Telecash, schuld. In den fortgeführten Bereichen blieben die Einnahmen dagegen stabil, gleichzeitig gelang es dem IT-Dienstleister, das bereinigte Ebitda dank besserer Kostenstrukturen und einer höheren Auslastung um fünf Prozent zu steigern.

Über den Erwartungen lag der Schuldenabbau der Telekom. Die Nettofinanzverbindlichkeiten des Unternehmens sanken in den ersten drei Monaten 2004 um weitere zwei Milliarden auf 44,6 Milliarden Euro. Beobachter hatten im Schnitt mit 44,97 Milliarden Euro Schulden zum Quartalsende gerechnet.

Für das Gesamtjahr 2004 erwartet die Telekom unverändert ein bereinigtes Ebitda von mindestens 19,2 Milliarden Euro. Der weitaus größte Anteil soll dabei mit 10,7 Milliarden Euro auf die Festnetzsparte T-Com entfallen. Für T-Mobile sei ein Anstieg des bereinigten Ebitda von 6,7 Milliarden im Vorjahr auf 7,8 Milliarden von 6,7 Milliarden Euro im Vorjahr geplant. T-Systems soll sein Betriebsergebnis um 100 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro verbessern. T-Online plant einen weiteren Anstieg des Ebitda auf etwa 400 Millionen Euro. (mb)