"Mehr als nur Netzbetreiber"

Telekom setzt nach US-Verkauf auf organisches Wachstum

21.03.2011
Die Deutsche Telekom will nach dem Verkauf ihrer US-Mobilfunksparte die übrigen Geschäftsfelder stärken und ausbauen.
Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges: AT&T war "mit Abstand die attraktivste Möglichkeit".
Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges: AT&T war "mit Abstand die attraktivste Möglichkeit".
Foto: Deutsche Telekom

Großübernahmen und eine Expansion nach Asien oder Afrika schloss Finanzvorstand Timotheus Höttges am Montag aus. "Das ist nicht geplant. Wir konzentrieren uns auf den organischen Umbau des Geschäfts." Der wegfallende Umsatz in den USA, immerhin gut ein Drittel des Konzerngeschäfts, wird demnach nicht direkt ausgeglichen. Höttges versucht die Telekom über Neugeschäft in Bereichen wie Cloud Computing, dem vernetzten Auto und intelligenten Energienetzen breiter aufzustellen. "Die Telekom muss mehr werden als nur Netzbetreiber."

Im Zuge des Verkaufs erhält die Telekom ein Aktienpaket von AT&T, das sie mindestens ein Jahr lang behalten muss. Danach könnte sie die Beteiligung stückweise verkaufen. "Wir haben das nicht vor. Wir wollen sie mittelfristig halten", sagte Höttges. Der Grund liegt in der starken Dividendenpolitik der Amerikaner. Die Gefahr wettbewerbsrechtlicher Schwierigkeiten hält Höttges für gering. AT&T habe große Erfahrung mit Übernahmen und amerikanischen Wettbewerbshütern. "Bei kleineren Auflagen wird der Deal nicht scheitern. Im unwahrscheinlichen Fall, dass er bei größeren Auflagen doch scheitert, zahlt AT&T uns drei Milliarden Dollar."

"Dies war mit Abstand die attraktivste Möglichkeit", sagte Höttges. Im Schnitt sei T-Mobile USA mit 25 Milliarden Dollar bewertet worden. Nun erhalte die Telekom von AT&T 39 Milliarden Dollar. "Wir verkaufen 25 Prozent des Unternehmens und bekommen 70 Prozent des Unternehmenswertes der Telekom", sagte Höttges. (dpa/tc)