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Telekom schreibt bis 2005 rote Zahlen

24.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nicht nur über den Nachfolgekandidaten der Deutschen Telekom AG wird eifrig spekuliert, sondern auch über angebliche Sparpläne, wie der defizitäre Konzern seinen Schuldenberg von 66 Milliarden Euro abbauen will. Erst 2005 werde die Telekom ein positives Nettoergebnis aufweisen können, erklärte Thilo Kusch, Leiter der Abteilung Investor Relations.

Gerüchten zufolge soll es unter anderem eine Nullrunde für 4000 Führungskräfte geben. Ein Telekom-Sprecher wies dies inzwischen zurück. Lediglich eine nicht genannte Anzahl außertarifliche Angestellter (AT) würden mit einer Nullrunde vorlieb nehmen müssen. Bei anderen außertariflichen Angestellten könne sich beispielsweise die Gehaltsanpassung um vier Monate verschieben. Über Kürzungen oder Streichungen von Dividenten sei noch nicht entschieden. Genauso wenig sei klar, ob die Telekom Beteiligungen an Satelliten oder Mobilfunkgesellschaften in Asien verkaufen wolle. Der Konzern verabschiedete lediglich eine Reiserichtlinie nach der alle Mitarbeiter keine Flüge auf einer Strecke unter 500 Kilometern buchen dürften, sondern im Zweite-Klasse-Abteil der Bahn reisen müssten. Damit hofft die Telekom in diesem Jahr zehn Prozent der Reisekosten einzusparen. Hatten die Führungskräfte vormalig alle drei Jahre ein Anrecht auf einen Neuwagen, so sind es jetzt vier.

Der deutsche Aktienmarkt honorierte die möglichen Sparpläne ebenso zögerlich: Die Telekom-Aktie stieg gestern um 0,6 Prozent auf 10,40 Euro. (km)