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Telekom schielt nach Osteuropa

11.08.2004

Nach den jüngsten Erfolgen beim Schuldenabbau liebäugelt die Deutsche Telekom wieder mit Übernahmen. Mögliches Ziel ist dabei Osteuropa, berichtet das "Wall Street Journal". Ähnlich wie Vodafone und France Télécom ist der Bonner TK-Konzern bereits seit den 90er Jahren in der Region präsent. Damals ließen sich die Carrier in erster Linie von den günstigen Einstiegsmöglichkeiten locken. Inzwischen ist Osteuropa aber auch wegen des zunehmenden Wettbewerbs und der wachsenden Marktsättigung im Westen wieder interessant geworden.

Ausgangspunkt für eine neue Einkaufstour im Osten könnten Länder wie Ungarn, die Slovakei oder Tschechien sein, wo der magentafarbene TK-Riese bereits vertreten ist. "Wir nehmen jede Gelegenheit ins Visier, die sich bieten könnte", zitiert das "WSJ" Elek Straub, CEO der ungarischen Telekom-Tochter Matav. Bereits im Juni hatte die "Financial Times Deutschland" berichtet, das Bonner Unternehmen wolle über Matav die staatliche Telefongesellschaft Telecom Montenegro übernehmen (Computerwoche.de berichtete). Oberste Priorität für die Telekom, darin sind sich die beiden Wirtschaftszeitungen einig, sei es jedoch, die Anteile an ihren bisherigen Investitionen aufzustocken. So werde in Ungarn spekuliert, dass die Deutschen in den nächsten zwei bis drei Jahren ihre Beteiligung an Matav von bislang knapp 60 auf 100 Prozent erhöhen. Bereits zuvor könnte die Telekom ihren

51-prozentigen Anteil an dem führenden kroatischen TK-Konzern Hrvatski Telekom aufstocken.

Das größte Übernahmepotenzial weist derzeit laut Matav-Chef Straub der tschechische TK-Anbieter Mobilfunk- und Festnetzbetreiber Cesky Telecom SA auf. So will die tschechische Regierung im September ihre 51-prozentige Beteiligung veräußern. Aus Sicht von Marktbeobachtern ist die Telekom jedoch nur an der Festnetzsparte interessiert, da sie bereits 61 Prozent an dem zweitgrößten Mobilfunkbetreiber des Landes, T-Mobile, hält. (mb)