Pensionäre drücken Gewinn

Telekom profitiert von starkem Heimatmarkt

10.05.2012
Die Deutsche Telekom hat sich zum Jahresauftakt dank des schwachen Euro und eines stabilen Geschäfts auf dem Heimatmarkt wacker geschlagen.
Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn
Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn
Foto: DTAG

Unter dem Strich drückten allerdings Abschreibungen und Rückstellungen auf den Gewinn. Der um Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) und Sonderposten bereinigte Gewinn blieb mit 4,48 Milliarden Euro konstant, wie das im Dax notierte Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Hierzulande trieb die Telekom die Kostensenkungen und die Suche nach neuen Geschäftsfeldern weiter voran. So gelang es ihr, trotz Rückgängen im angestammten Geschäft Umsatz und Gewinn stabil zu halten. Überraschen konnte die Telekom mit einem Aufschwung bei der amerikanischen Mobilfunksparte - diesen verdankt sie allerdings zum großen Teil dem zum Euro erstarkten Dollar. Die Aktie startete mit einem Plus von 1,28 Prozent in den Handel.

Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal von 480 Millionen auf 238 Millionen Euro. Hier fielen Kosten von knapp einer halben Milliarde Euro für Vorruhestandsregelungen an. Zudem nahm die Telekom Abschreibungen auf T-Mobile USA vor. Vor einem Jahr gab es keine Abschreibungen, da die US-Sparte wegen des geplanten Verkaufs an AT&T als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert war. Der Umsatz ging dank des stabilen Heimatgeschäfts nur leicht zurück. Er sank von 14,6 auf 14,4 Milliarden Euro.

Telekom-Chef Rene Obermann zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: "Wir haben in vielen Bereichen wichtige Fortschritte erzielt und bestätigen deshalb heute unsere Jahresprognose." Für das bereingte EBITDA liegt die Latte bei rund 18 Milliarden Euro, für den freien Barmittelzufluss bei sechs Milliarden Euro.

Telekom-Chef René Obermann bestätigte die Prognose für das Geschäftsjahr.
Telekom-Chef René Obermann bestätigte die Prognose für das Geschäftsjahr.
Foto: Telekom

Im Heimatmarkt dämmte die Telekom die Kundenverluste im Festnetzgeschäft ein und steigerte den Kundenstamm für das Fernseh-Programm Entertain auf 1,7 Millionen. Beim Umsatz macht das Deutschlandgeschäft mehr als ein Drittel, beim operativen Gewinn mehr als die Hälfte aus.

In den USA, wo die Telekom lediglich als Mobilfunkanbieter auftritt, stieg der Umsatz leicht auf 3,85 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um rund 13 Prozent auf 983 Millionen Euro. Neben dem Währungseffekt zeigt auch das Sparprogramm Wirkung. T-Mobile USA hat als einziger der vier großen Anbieter das begehrte iPhone nicht im Programm. Es macht aus der Not eine Tugend und positioniert sich als Günstiganbieter. Mit dem Verzicht auf teure Subventionen von Smartphones spart sich die Telekom viel Geld.

Das europäischen Ausland hielt sich besser als erwartet. Trotz des Konjunkturabschwungs in mehreren Ländern und Regulierungseffekten in Polen und Ungarn sank der Umsatz nur um 2,6 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn lag bei 1,2 Milliarden Euro. In sämtlichen Märkten - auch in Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika - profitierte die Telekom von der boomenden Internetnutzung über das Mobiltelefon. Besonders das Verschicken und Herunterladen von Bildern und Filmen trieb durch die Bank den Datenstrom in immer neue Höhen.

Die Systemtochter T-Systems hielt den Umsatz stabil bei 2,25 Milliarden Euro und verdiente damit operativ 192 Millionen Euro. Vom Cloud-Geschäft verspricht sich die Telekom in der Zukunft viel. So bietet T-Systems Speditionen seit neuestem Technik zur besseren Planung ihrer Touren an. Mit solchen Produkten - auch für die Vernetzung technischer Geräte im Haushalt, die bessere technische Steuerung von Pkw und dem häuslichen Energieverbrauch - will die Telekom in Zukunft punkten. (dpa/tc)