T-Systems setzt auf Branchenlösungen für das Automotive-Segment

Telekom präsentiert Konzept einer Smart Factory aus der Cloud

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Als Systempartner und Integrator rund um die Digitalisierung legt T-Systems einen starken Fokus auf das Segment Automotive. Hier reicht das Portfolio von der Smart Factory, über intelligente Systeme für den Autohandel bis Lösungen für Connected-Car-Systeme.
Auf der Hannover Messe wird die Telekom ein Modell einer Smart Factory zeigen.
Auf der Hannover Messe wird die Telekom ein Modell einer Smart Factory zeigen.
Foto: Audi

Der Messeauftritt der Telekom auf der Hannover Messe steht ganz im Zeichen der Digitalisierung. Mit den unterschiedlichsten Showcases präsentiert sich der Konzern als Integrationspartner für die unterschiedlichsten Themen rund um Digitalisierung und Internet of Things (IoT). Dass man hierzu im Autoland Deutschland zahlreiche Lösungen für den Automotive-Bereich zeigen wird, ist nicht weiter verwunderlich - zumal, wenn man die Historie von T-Systems bedenkt. Der Carrier übernahm in der Vergangenheit mit Debis und Gedas die IT-Töchter der Autobauer Daimler und VW.

Losgröße 1 bestimmt die Zukunft

Unstrittig ist mittlerweile, dass die Digitalisierung aller Produktions- und Geschäftsprozesse für alle Unternehmen ein existenzielles Muss darstellt. Wird den Anschluss als Fertigungsunternehmen nicht verlieren will, kommt um die Smart Factory nicht herum. Zudem wird sich die industrielle Wertschöpfung künftig mehr an den Konsumentenwünschen ausrichten müssen, das dieser in einer digitalisierten Welt immer mehr Produkte erwartet, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind - egal ob Auto, Waschmaschine oder Haushaltsgeräte). Losgröße 1 wird damit auch im Massenmarkt die neue Produktionsgröße werden.

Digitalisierung der Produktion

In der lernenden, selbststeuernden Fabrik greifen ERP, L+T sowie MES Hand in Hand.
In der lernenden, selbststeuernden Fabrik greifen ERP, L+T sowie MES Hand in Hand.
Foto: BMW AG
Software Defined Infrastructure in Deutschland 2016

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Software Defined Infrastructure (SDI) hilft Ihnen IT-Ressourcen kosteneffizienter und flexibler zu nutzen.
Weitere Vorteile und eine Roadmap zur SDI laut IDC erfahren Sie in dieser Studie.

Eine Losgröße die in der Smart Factory nur mit IT-Hilfe zu stemmen ist. Basis für die digitale Transformation der Produktion sind dabei IT-Standards, Maschinenanbindung und Daten-Management aus der Cloud sowie die Echtzeit-Analyse großer Datenmengen. Ein entsprechendes Szenario für eine Smart Factory im Automotive hat T-Systems als Integrator entwickelt. Bei dieser selbststeuernden, lernenden Fabrik ging es darum das Zusammenspiel von ERP/Auftragsverwaltung, L+T/Lager und Transport sowie Manufacturing Execution Systems (MES) zu demonstrieren. Hierzu nutzt T-Systems etwa SAP als ERP-Plattform, Apriso für das Manufacturing Operations Management sowie TAGnology, ein Anbieter von RFID-, NFC- und Auto-ID-Lösungen für die Produktionsverfolgung.

Dabei nutzt T-Systems in diesem Szenario die gesamte Software aus der Cloud, um so zu demonstrieren, dass auch kleinere Unternehmen eine Smart Factory ohne hohes Investment realisieren können und damit im Zeitalter der Digitalisierung für die Losgröße 1 produzieren können. Um besser für die Anforderungen der Automobilindustrie gerüstet zu sein, hat T-Systems zudem ein Automotive Template entwickelt, so dass in einem Projekt der Aufwand für die Customization nur noch bei 30 Prozent liegen dürfte.

Das digitale Autohaus

Per App soll die Verbindung zwischen Kundem und Autohaus verbessert werden.
Per App soll die Verbindung zwischen Kundem und Autohaus verbessert werden.
Foto: Screenshot/T-Systems

Den Autohandel selbst wiederum adressiert T-Systems mit dem Customer Expericence Management (CEM). Eine Lösung, die zwar nicht neu ist und mittlerweile acht Module umfasst, um den Anforderungen der digitalen Transformation besser gerecht zu werden. Ursprünglich war das System vor einigen Jahren mit vier Modulen gestartet. Heute versorgt die Cloud-Lösung in Deutschland bereits über 70 Autohäuser, um so die Verbindung zwischen Händler, OEM, Werkstatt, Kunde und Fahrzeug zu verbessern. Die Aufgabe sollen die Module Showroom Proximity, Mobile Appointment, Smart Workshop, SCheck M (Mobile Annahme), DAT, Tracking, Reklamations-Management, Predictive Aftersales. Die Digitalisierung des Sales- und Aftersales-Marktes ist unter anderem auch ein Ergebnis der Zusammenarbeit von T-Systems und Salesforce, denn CEM basiert auf der von T-Systems in der Cloud gehosteten Salesforce-Plattform.

Mercedes me connect

Das Backend für die Mercedes Connect-Dienste kommt von T-Systems.
Das Backend für die Mercedes Connect-Dienste kommt von T-Systems.
Foto: Screenshot/Mercedes Benz

Das T-Systems-Engagement im Automotive-Bereich beschränkt sich nicht nur auf Produktion und Handel, sondern betrifft auch das Produkt selbst. Der Telekom-Bereich mischt nämlich auch beim Mega-Thema Connected Car mit - und hat hier bereits einen prominenten Kunden mit Daimler gefunden. T-Systems betreibt für die Stuttgarter bereits seit einigen Jahren die Backend-Plattform für die Connected Cars mit Comand-Online-Systemen und stellt hierfür Apps und Services bereit. Schützenhilfe leistet T-Systems auch beim Aufbau der Online-Plattform Mercedes me connect. Neben Basisdiensten soll das Cloud-basierte Portal mit Remote Online Services, Live Traffice Information, Apps Kundenbetreuung etc. aufwarten.

Neben dem Thema Automotive adressiert die Telekom in Hannover unter anderem noch Aspekte wie Predictive Maintenance mit Beispielen von der Deutschen Bahn, Krone Aufzug-Wartung oder Kaeser Kompressoren sowie etwa Logistics + Fleets am Beispiel des Hamburger Hafens als vernetztem, digitalisierten Logistikzentrum.