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Telekom-Manager wegen "Untreue" verklagt?

05.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Den ehemaligen und gegenwärtigen Managern der Telekom steht nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" und der "FAZ" erneut Ärger ins Haus: Die Stuttgarter Wirtschaftsanwälte Mark Binz und Martin Sorg erstatteten Anzeige wegen "Untreue" gegen Ex-Konzern-Chef Ron Sommer, seinen Nachfolger Helmut Sihler sowie den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Dietrich Winkhaus. Die Anwälte, die bereits Verfahren gegen den ehemaligen Mannesmann-Chef Klaus Esser und die Aufsichtsräte Josef Ackermann und Klaus Zwickel anstrengten, werfen den Telekom-Managern vor, ihre Aktionäre "um mindestens 375 Millionen Euro" geschädigt zu haben.

Gegenstand der Klage ist ein fehlerhafter Optionsplan. Im Jahr 2001 seien dem Telekom-Management Aktienoptionen im Wert von einer Milliarde Euro bewilligt worden. Bei der Verabschiedung dieses Beschlusses auf der Hauptversammlung habe das Management die Aktionäre "grob wahrheitswidrig" über die Konsequenzen informiert. Außerdem habe die Telekom die Optionen so verbucht, dass sie im Falle einer Ausübung nicht steuerlich absetzbar seien. Würden die Begünstigten ihre Rechte voll wahrnehmen, entstünden dem Unternehmen Kosten von einer Milliarde Euro, statt einer möglichen Belastung von 625 Millionen Euro. Dies ergebe eine Summe von 375 Millionen Euro zum Nachteil der Aktionäre.

Telekom-Pressesprecher Ulrich Lissek wies die Vorwürfe zurück. Von einer Strafanzeige sei der Telekom nichts bekannt. (km)