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Telekom lässt T-Com-Zentrale schrumpfen

17.02.2006
Die Deutsche Telekom will die Zentrale ihrer Festnetztochter T-Com radikal verschlanken. Von derzeit 8000 Mitarbeitern sollen im Bonner Hauptquartier nur noch 1200 beschäftigt bleiben.

Rund 1500 Stellen möchte T-Com-Chef Walter Raizner ersatzlos streichen. Weitere 5300 Mitarbeiter sollen in andere Niederlassungen versetzt beziehungsweise in Dienstleistungs- und Kompetenzzentren verschoben und dort in das operative Geschäft eingegliedert werden. Der Stellenabbau ist Teil des bereits beschlossenen und angekündigten Restrukturierungsprogramms, in dessen Folge sich der Carrier von 32 000 Beschäftigten trennen will. Davon sollen 20 000 Jobs in der Festnetzsparte gestrichen werden. Zurzeit ficht die Telekom wegen dieser Pläne einen heftigen Kampf mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di aus (siehe: "Die Telekom wird auch in Zukunft Personal abbauen").

Walter Raizner, T-Com-Chef, plant Stellenabbau in der Zentrale.
Walter Raizner, T-Com-Chef, plant Stellenabbau in der Zentrale.

In der T-Com-Zentrale sollen künftig strategische und operative Aufgaben klarer voneinander getrennt werden. Raizner will eine "schlankere und hoffentlich auch schlagkräftigere" Organisation schaffen. Eine weitere Maßnahme zur Sanierung der T-Com ist die Reduzierung der bislang 96 Call Center für den Privatkundenvertrieb, von denen bis Jahresmitte die Hälfte geschlossen werden soll. Außerdem will Raizner die Produktpalette für Privatkunden um 70 Prozent und die für Geschäftskunden um 50 Prozent eindampfen.

"Der Markt verändert sich in einer Geschwindigkeit, die einem den Atem raubt", sagte Raizner. Der T-Com-Boss spielte damit auf den Preisverfall im Mobilfunk und die sich rasant verbreitende Internet-Telefonie an - zwei Megatrends, die der Telekom im Festnetzgeschäft arg zusetzen (siehe: "Kundenzuwachs bei DSL und Mobilfunk"). Die Telekom verliert derzeit pro Monat 100 000 Festnetzkunden, allein im vergangenen Jahr gingen 1,6 Millionen Anschlüsse verloren. Zusätzlichen Umsatz soll künftig vor allem das DSL-Geschäft bringen, wo die Bonner hoffen, mit einem schnellen Glasfasernetz punkten zu können (siehe: "Ricke verlangt Nachbesserung der Regulierung für Glasfasernetz". (hv)