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Telekom-Konkurrenz droht Tariferhöhung

07.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Pläne der Deutsche Telekom AG ihren Tarif für andere Internet-Anbieter im schmalbandigen Ortsnetzbereich zu erhöhen, stieß bei Konkurrenten wie AOL und Arcor auf harsche Kritik. Die Unternehmen wären laut Branchenverband VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertsdiensten) gezwungen, die von der Telekom geforderte 20-prozentige-Tariferhöhung an die Kunden weiterzugeben. Lediglich die Internet-Tochter des Monopolisten, T-Online, bliebe von dem Preisanstieg verschont. Es liege keine ausreichende Begründung vor, warum der Tarif steigen soll, kritisiert ein Arcor-Sprecher die Pläne der Telekom. Im Gegenteil: Das Netz werde immer besser ausgelastet, so dass eigentlich die Kosten sinken müssten.

Den Wettbewerbern fehlt auf Ortsebene eine mit der Telekom vergleichbare Infrastruktur. Deshalb müssen sie dem Monopolisten die Nutzung der Leistungen abkaufen. Zum 1. Dezember hat die Telekom eine Preiserhöhung beantragt, über die eine Beschlusskammer der RegTP (Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post) berät. Um den Preiskampf zu beenden, fordern die Konkurrenten einen Pauschaltarif für die Nutzung, wie er bereits in Großbritannien existiert. In Deutschland gibt es diesen Vorzugspreis unter der Bezeichnung Vorleistungs-Flatrate lediglich für T-Online.

Branchenkenner halten die geplanten Tariferhöhungen der Telekom für einen rein strategischen Schritt. Der Monopolist habe nur den Breitband-Bereich im Griff. Bei der Schmalband-Infrastruktur sehe sich die Telekom jedoch einer florierenden Konkurrenz gegenüber. (km)