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Telekom investiert 2,3 Milliarden Dollar in US-Mobilfunknetz

25.05.2004

Die Deutsche Telekom nutzt die anstehende Fusion zwischen Cingular und AT&T Wireless, um ihr Mobilfunknetz in den USA zu erweitern: Wie der Bonner TK-Konzern bekannt gab, wird T-Mobile USA zum 1. Januar 2005 für 2,5 Milliarden Dollar die GSM-Infrastruktur des bisherigen Partners Cingular in Kalifornien und Nevada übernehmen.

Aufgrund einer voraussichtlichen Ausgleichszahlung von 200 Millionen Dollar durch Cingular wird der tatsächliche Kaufpreis aber auf rund 2,3 Milliarden Dollar reduziert. So lösen die beiden Betreiber ihr bisheriges Joint Venture nun auf: Bislang telefonieren T-Mobile-Kunden in Nevada und Kalifornien über das Cingular-Netz, da die Telekom-Tochter in den beiden Bundesstaaten nicht über eine eigene Infrastruktur verfügt. Umgekehrt verhält es sich in New York City, wo Cingular auf das T-Mobile-Netz zurückgreift. Mit der Übernahme von AT&T Wireless wird diese Vereinbarung dort nun unnötig. Gleichzeitig kann sich der derzeit noch zweitgrößte Mobilfunkbetreiber in den USA voraussichtlich von einigen Netzen trennen. So etwa in Kalifornien und Nevada, wo AT&T Wireless eigene Netzinfrastrukturen unterhält.

In der Übergangsphase bis zum Abschluss der Fusion hat Cingular dort ein Großhandelsabkommen mit T-Mobile über die weitere Nutzung der verkauften Netze geschlossen. Die Vereinbarung gilt bis zum Ende des Zusammenschlusses oder maximal vier Jahre und hat einen Wert von mindestens 1,2 Milliarden Dollar.

Der mit 14,3 Millionen Kunden verhältnismäßig kleine Mobilfunkbetreiber T-Mobile USA erhofft sich von dem Zukauf weitere Wachstumschancen. Bis Jahresende 2004 will T-Mobile die Zahl ihrer Kunden in den USA nun auf über 16 Millionen steigern. Mit dem Zukauf ist der Übernahmehunger aber noch nicht gestillt: Um den Marktanteil in den USA weiter auszubauen, kündigte das Unternehmen an, zusätzliche Frequenzspektren in ausgewählten Märkten zu erwerben. (mb)