Mehr Flexibilität bei Übertragungsströmen

Telekom installiert erstmals optische Ringe in SDH-Technik

03.04.1992

BONN (CW) - Die Telekom hat einen weiteren Sehritt auf dem Weg zur Verwirklichung eines Übertragungsnetzes mit synchroner digitaler Hierarchie (SDH) getan. Die neue Technologie wurde erstmals auf der CeBIT '92 im Rahmen des Pilotprojekts "Visyon" (variables intelligentes synchrones optisches Netz) vorgeführt und soll nun in ersten Ortsnetzen installiert werden.

Mit Hilfe der Methode kann laut Telekom insbesondere eine hohe interne Flexibilität bei der Schaltung der Übertragungsströme erreicht werden. Für geschäftliche Kunden bedeute dies, daß sich Leitungen schneller als bisher für individuelle Anwendungen bereitstellen lassen.

Das Pilotprojekt Visyon in Hannover schloß das Gelände der Messe mit ein. Hierzu wurde ein optischer Ring mit Add-Drop-Multiplexern und dem dazugehörigen Netzwerk-Management aufgebaut Diese Technik ersetzte kostengünstig die herkömmlichen Multiplex-Stufen und Verteiler zwischen 2 und 140 Mbit/s in einem Gerät und ermöglichte, auch im Übertragungsnetz Ringstrukturen aufzubauen.

Zu den demonstrierten Leistungsmerkmalen von SDH zählen eine hohe Verfügbarkeit durch automatische Ersatzschaltungen im Störungsfall, schnelle Bereitstellung für Übertragungswege, neue Dienstmerkmale wie zyklisches und sporadisches Bereitstellen von Übertragungskapazität unterschiedlicher Bit-Raten sowie große Flexibilität.

Nach dem Pilotversuch werden in nächster Zeit weitere optische Ringe in den Ortsnetzen

Hannover, Köln, Aachen und Düsseldorf installiert. In Verbindung mit dem Aufbau von 17 neuartigen Netzknoten vom Typ "NKÜ 2000" im norddeutschen Raum steht 1993 somit über die Grenzen dieser Ortsnetze hinaus ein nach Telekom Angaben wirksames synchrones digitales Übertragungsnetz für

Versuchszwecke zur Verfügung. Ab 1994 ist der Regelbetrieb in einem erweiterten Phase-2-Netz vorgesehen, das bereits einen Großteil der Bundesrepublik abdeckt .

Das heutige plesiochrone digitale Netz der Telekom erfordert, daß zur Realisierung von Übertragungswegen die Geräte an Verteilern manuell miteinander verbunden werden.