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Telekom-Immobilien: Hauptkläger steigt aus

20.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom hat in dem Rechtsstreit um die angebliche Falschbewertung ihrer Immobilien einen weiteren Punktsieg erzielt. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, hat Grand Waters Participation seine Zivilklage gegen den TK-Riesen vor dem Frankfurter Landgericht zurückgezogen. Die weithin unbekannte Gesellschaft war mit rund 100.000 Aktien angeblich der größte institutionelle Investor, der in Frankfurt gegen die Telekom prozessiert hatte.

Gründe für den Rückzug wurden nicht genannt. Bereits vor drei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft Bonn ihre Ermittlungen wegen einer möglichen Falschbewertung der Telekom-Immobilien gegen Geldstrafe eingestellt und keine Anklage gegen Verantwortliche der Telekom und das Unternehmen erhoben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war der Immobilienbestand der Deutschen Telekom in den Jahren 1995 bis 1997 in den Büchern um mehr als zwei Milliarden DM zu hoch angesetzt worden. Vor allem aus Gründen der Verjährung werde aber von einer Klage abgesehen, teilte die Behörde damals mit (Computerwoche.de berichtete).

Mit dem Ausscheiden des Großklägers könnten dem Bericht zufolge nun höhere Prozesskosten auf die verbliebenen Aktionäre zukommen. Möglicherweise müsse nämlich zum Beweis der vermeintlichen Immobilienfehlbewertung ein millionenschweres Gutachten angefertigt werden. Die Kosten sollten nach bisheriger Planung anteilsmäßig auf die ursprünglich 15.000 Kläger aufgeteilt werden.

Der Zivilprozess soll am 25. Oktober fortgesetzt werden. (mb)