Hauptversammlung

Telekom erwartet grünes Licht für Verkauf in USA

12.05.2011
Telekom-Chef René Obermann rechnet fest mit einer Genehmigung des geplanten milliardenschweren Verkaufs der US-Tochter.
Telekom-Chef René Obermann auf der HV 2011 in der Kölner Lanxess arena
Telekom-Chef René Obermann auf der HV 2011 in der Kölner Lanxess arena
Foto: Deutsche Telekom

Der Wettbewerb dort sei äußerst intensiv, in den meisten Märkten könnten die Kunden zwischen fünf und mehr Anbietern wählen, begründete er am Donnerstag in Köln auf der Hauptversammlung seine Zuversicht. Im März hatte der Bonner Riese den Verkauf seiner Mobilfunktochter an AT&T zum Preis von 39 Milliarden US-Dollar angekündigt und damit schweren Ballast von Bord geworfen. "Sie haben gute Lösungen für Problemfelder gefunden", begrüßten auch Aktionäre den Schritt des Vorstandes.

In der ersten Hälfte des kommenden Jahres soll die Transaktion nach Einschätzung von Obermann über die Bühne gehen - die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Experten rechnen mit einigen Auflagen für den Erwerber. Durch die Übernahme steigt AT&T nämlich zum größten Mobilfunkkonzern des Landes auf. Sollte der Verkauf platzen, muss AT&T nochmals tief in die Tasche greifen und Entschädigungen von drei Milliarden Dollar an die Telekom zahlen. Hinzu kommen Funkfrequenzen und bessere Roaming-Konditionen, die sich einem Bericht des "Handelsblatts" auf weitere drei Milliarden Dollar summieren.

Mit dem Verkauf von T-Mobile USA, das die Bonner vor zehn Jahren zu einem Preis von 40 Milliarden Euro erworben hatte, zieht die Telekom einen Schlussstrich unter ihr US-Geschäft. In Großbritannien hatte der Konzern zuvor schon mit der Bildung eines Joint Ventures mit France Télécom eine Lösung für die kränkelnde britische Mobilfunktochter gefunden.

Die Erlöse aus dem Verkauf von T-Mobile USA will Obermann vor allem in den Schuldenabbau und den Rückkauf von eigenen Aktien stecken. Eine niedrigere Verschuldung werde auch die T-Aktie attraktiver machen, sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz, Jella Benner-Heinacher. Seit Ankündigung des Verkaufs habe sich die Marktkapitalisierung um mehr als sieben Milliarden Euro erhöht. Am Donnerstagnachmittag notierte das Papier in einem schwachen Marktumfeld bei 11,23 Euro, rund ein halbes Prozent im Minus.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr sollen die Anteilseigner 0,70 Euro Dividende erhalten. Das sind acht Cent weniger als ein Jahr zuvor. 2010 hatte die Telekom mit gut 250.000 Beschäftigten 62,4 Milliarden Euro Umsatz erzielt und einen Überschuss von 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. (dpa/tc)