Interne IT zu T-Systems

Telekom-CIO Steffen Roehn geht

02.11.2011
Von Nicolas Zeitler und
Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.
Die Telekom verschiebt die interne IT zu T-Systems. Im Zuge dessen löst Karl Kornwolf den bisherigen CIO Steffen Roehn ab.
Steffen Roehn übernahm im Mai 2009 als Nachfolger von Peter Sany den Posten des CIO bei der Deutschen Telekom.
Steffen Roehn übernahm im Mai 2009 als Nachfolger von Peter Sany den Posten des CIO bei der Deutschen Telekom.
Foto: Deutsche Telekom AG

Letzter Arbeitstag für Steffen Roehn: Der CIO der Deutschen Telekom ist ab morgen nicht mehr Chef der internen IT. Damit konkretisieren sich die Umbaupläne, die die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Dow Jones am Mittwoch voriger Woche vermeldeten. Die interne IT der Telekom wandert zum IT-Dienstleister T-Systems, betroffen sind mehrere tausend Mitarbeiter. Zur weiteren Verschlankung der internen IT will der Vorstand dem Aufsichtsrat im Dezember einen Plan vorlegen.

Roehn kennt den Plan, soweit er bis jetzt in groben Zügen vorliegt. Er sei gefragt worden, die Veränderung durchzuführen: "Für mich würde es aber schwierig, das zu tun", erklärte der CIO. In seiner bisherigen Rolle als Vertreter der Demand-Seite habe er gegenüber T-Systems naturgemäß hart auftreten müssen. "Ich bin eigentlich ein integrativer Typ, aber es gibt beim hauseigenen Dienstleister das Bild des Zuchtmeisters Roehn, der immer fordert". Dieses Bild als Mitarbeiter der T-Systems zu revidieren, sei schwierig.

Synergien zwischen interner IT und T-Systems heben

Vermutlich hält Roehn die Integration der internen IT in die T-Systems aber auch deshalb für reizlos, weil damit Sparziele verknüpft sind. Details sind dazu von offizieller Stelle nicht zu erfahren. Klar ist allerdings, dass die Telekom anstrebt, Synergien zwischen interner IT und T-Systems zu heben. Roehn sagt: "Das Lehrbuch sagt zwar: Ihr müsst zwischen Demand und Supply trennen, aber wir haben in der Praxis gelernt, dass das viel zu aufreibend ist."

9,1 Milliarden Euro Umsatz erzielt T-Systems als größter deutscher IT-Dienstleister derzeit. 2,6 Milliarden davon kommen von der Mutter Telekom. Zur Steuerung dieser 2,6 Milliarden solle es in Zukunft noch eine IT-Controlling-Stabsstelle im Mutterhaus geben, deren Größe Roehn auf zehn bis zwanzig Mitarbeiter schätzt. Alle anderen IT-Einheiten wandern in die "IT-Factory", so wie sie CEO René Obermann in seiner Strategie von 2010 skizziert hat, also in die T-Systems. "Da ergeben sich Chancen ohne Ende", ruft Roehn seinen Kollegen zum Abschied zu. Er selbst mag sich zu seinen eigenen Zukunftsplänen nicht äußern. Unglücklich wirkt der 47-jährige Physiker jedoch nicht.

Teaserbild: Telekom AG