Telekom-Chef Obermann droht mit harten Konsequenzen in der Spitzelaffäre

26.05.2008
Mehr als ein Jahr lang soll die Deutsche Telekom eigene Manager und Aufsichtsräte bespitzelt haben, um undichte Stellen zu finden. Eine Berliner Beratungsfirma habe hunderttausende Mobilfunk-Telefonate und Festnetzverbindungen ausgewertet und mit den Telefonnummern von Journalisten abgeglichen. Telekom-Chef Obermann droht jetzt mit harten Konsequenzen für die Spitzelaktion unter seinem Vorgänger.

In der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom hat sich jetzt der Vorstandsvorsitzende zu Wort gemeldet. René Obermann versucht die Wogen zu glätten, indem er der Bild-Zeitung versicherte, dass die Daten der Millionen Kunden für Mobilfunk und Festnetz in seinem Konzern sicher seien. Damit wären sie besser gesichert, als die Verbindungsdaten der offenbar bespitzelten Manager und Aufsichtsräte aus seinem Unternehmen.

"Die aktuellen Vorwürfe, wenn sie sich bewahrheiten, widersprechen klar unserem Verständnis von Datenschutz", sagte Obermann der Bild-Zeitung. "Fälle von Fehlverhalten müssen aufgeklärt werden und harte Konsequenzen nach sich ziehen." Er wisse seit Ende April von den Vorwürfen, hatte Obermann gestern im Fernsehen gesagt, und habe erst einmal externe Experten hinzugezogen sowie die Sachverhalte mit Telekom-Angestellten bewertet. Jetzt sei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, um den Vorgang lückenlos und konsequent aufzuklären.

Inhalt dieses Artikels