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Telekom-Chef malt rosige Zukunft für T-Mobile

20.12.2000
Die Aktie der Deutschen Telekom stieg um fünf Prozent, nachdem Unternehmenschef Ron Sommer weiteres Wachstum in den kommenden Jahren in Aussicht stellte. Einige Analysten zeigen sich hingegen skeptisch.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz des Rekordtiefs der Deutschen-Telekom-Aktie zeigte sich Ron Sommer, Chef des Bonner Carriers, optimistisch. Insbesondere für seine Mobilfunkeinheit T-Mobile malte er eine rosige Zukunft: Ende 2000 rechnet er in diesem Bereich mit 19 bis 20 Millionen Kunden, im kommenden Jahr soll diese Zahl dann auf 24 bis 25 Millionen klettern. Obwohl diese Steigerung eine Verlangsamung der bisherigen Wachstumsrate bedeutet, geht Sommer von einer Umsatzmultiplikation aus. Bisher belasteten die hohen Werbungskosten für Neukunden die Kassen des TK-Konzerns erheblich. Im nächsten Jahr wolle man sich weniger auf das Marketing als auf die Erlössteigerung konzentrieren.

Die Anleger nahmen die Ankündigung positiv auf: Das Telekom-Papier kletterte am gestrigen Dienstag um fünf Prozent auf 37,39 Euro, notierte bei Handelsschluss dann etwas niedriger bei 36,90 Euro.

Einige Analysten zeigen sich jedoch skeptisch, was die Gesamtsituation der Telekom und den 30-prozentigen Kursverlust des Carriers seit Juli 2000 anbelangt. Den Börseneinbruch handelte sich der deutsche Ex-Monopolist mit seiner Ankündigung ein, den US-Anbieter Voicestream übernehmen zu wollen. Die Telekom steht in Bezug auf diese Akquisition vor juristischen und regulatorischen Problemen. Zudem gelang es dem Bonner TK-Konzern am vergangenen Wochenende nicht, eine der im Ausschreibungsverfahren vergebenen UMTS-Mobilfunklizenzen in Schweden zu ergattern.