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Telekom bündelt Netzbetrieb

20.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom wird ihre Mobilfunkantennen künftig in einer eigenständigen Gesellschaft betreiben. Ab dem 1. Januar 2002 sollen die bisher von Deutsche Telekom Immobilien und Service GmbH sowie von T-Mobile Deutschland GmbH verwalteten Antennen in einem Unternehmen zusammengeführt werden. Die neue GmbH startet mit rund 400 Beschäftigten. Als Firmensitz ist Münster vorgesehen. Wie Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick gegenüber der "Financial Times Deutschland" sagte, ist das Unternehmen offen für Dritte. Auch ein Verkauf sei möglich. Damit könnte die Telekom ihre Schulden von rund 65 Milliarden Euro reduzieren.

Das Netz der Telekom enthält rund 15.000 Masten. Nach Angaben eines T-Mobile-Sprechers wird es durch die Ausgliederung einfacher, mit anderen Netzbetreibern Mobilfunkmasten zu teilen. "Sie haben jetzt nur noch einen Ansprechpartner", so der Sprecher. Diese Praxis ist üblich. Die Miete pro Antennenstandort beträgt bis zu 6000 Mark im Jahr. Einen Mobilfunkmast zu errichten kostet bis zu 150.000 Mark.

Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) Matthias Kurth hat grundsätzlich keine Einwände gegen solche Gemeinschaftsunternehmen. Er macht allerdings zur Bedingung, dass die Lizenzbedingungen für UMTS eingehalten werden. Diese beinhalten, dass jeder der sechs UMTS-Lizenznehmer in Deutschland (T-Mobile, D2Vodafone, E-Plus, Viag Interkom, Mobilcom, Quam) die Hoheit über sein Netz behalten muss.