Freitagsgerücht

Telekom-Breitbandzugänge bald mit Drosselung?

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Es sieht so aus, als wolle die Deutsche Telekom demnächst ihre Breitband-Internetzugänge auf ein ähnliches Tarifmodell wie beim Mobilfunk umstellen.
Telekom-Breitbandanschlüsse: Wer mehr Volumen mit voller Geschwindigkeit will, muss dafür vielleicht bald auch mehr zahlen.
Telekom-Breitbandanschlüsse: Wer mehr Volumen mit voller Geschwindigkeit will, muss dafür vielleicht bald auch mehr zahlen.
Foto: Telekom

Sprich: Ein bestimmtes Datenvolumen ist mit voller Geschwindigkeit inklusive, danach wird auf eine deutlich geringere Geschwindigkeit - die Gerüchteküche brodelt von 384 Kilobit pro Sekunde, die durch die Bank als indiskutabel langsam kritisiert werden - heruntergedrosselt. Und wer dann wieder ungebremst surfen und downloaden will, muss nachkaufen.

Entsprechende Klauseln finden sich bereits in einigen Verträgen für beispielsweise Glasfaseranschlüsse, wurden bislang aber nie aktiv umgesetzt. Als Inklusivvolumen kolportierten verschiedene Blogs gestern Abend 75 Gigabyte bis ADSL 16.000, 200 GB bei VDSL, 300 GB bei Fiber 100 sowie 400 GB bei Fiber 200.

Die Telekom hat darauf im Firmenblog prompt reagiert und schreibt:

"Für die meisten Kunden wäre das integrierte Volumen völlig ausreichend. Braucht ein Kunde mehr Highspeed-Volumen, könnte er - wie im Mobilfunk auch - weitere Kapazitäten hinzubuchen. Natürlich ändert sich für bestehende Verträge nichts und bei Neuabschlüssen werden Kunden selbstverständlich über die Vertragsbedingungen transparent informiert.

Aber warum gibt es solche Überlegungen? Wie alle Netzbetreiber steht auch die Telekom vor einer großen Herausforderung: Auf der einen Seite wächst das Datenvolumen exponentiell. Die Netze müssen also massiv ausgebaut werden und das kostet Milliarden. Auf der anderen Seite kennen die Telekommunikationspreise seit Jahren nur eine Richtung: abwärts und das rasant.

Eine Lösung wäre tatsächlich, das in den Tarifen enthaltene Datenvolumen zu begrenzen. Der Vorteil ist, dass nur die Kunden mehr zahlen müssten, die tatsächlich mehr Volumen beanspruchen. Bisher ist es so, dass sämtliche Nutzer die intensivere Nutzung einiger quersubventionieren. Um es noch einmal klarzustellen: Bisher gibt es keine neuen Tarife. Wenn sich daran etwas ändert, werden wir darüber informieren."

Carsten "Caschy" Hoffmann von stadt-bremerhaven.de deutet das so: "Die Drosselung kommt, Dinge wie Entertain- oder Fon-Traffic werden nicht zum Traffic gezählt.". Das sehen wir genauso - und halten Sie selbstverständlich über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden.