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Telekom bekommt Konkurrenz im Ortsnetz

29.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Bundesregierung will mit einem Gesetz den Wettbewerb im Ortsnetz fördern. Dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge plant die Regierung, die bereits von Fern- und Auslandsgesprächen bekannten Vorwahlen (Call-by-Call) ab dem 1. Dezember 2002 auch für Ortsverbindungen zu genehmigen. Nach Ansicht von Telekom-Sprecher Stefan Broszio wird es damit auch in diesem Bereich zu einem Preiswettbewerb kommen. Harald Dörr, Sprecher der Regulierungsbehörde, bezeichnete das Vorhaben "auch aus Sicht des Verbrauchers als interessant". Die für die neue Regelung notwendige Änderung des Telekommunikationsgesetzes ist dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge bereits in Vorbereitung. Das Gesetz könne voraussichtlich im kommenden Frühjahr im Bundestag behandelt werden.

Deutschland reagiert damit unter anderem auf den Druck der Europäischen Kommission den Zugang zur so genannten letzten Meile zum Kunden voranzutreiben. Brüssel hatte wegen der zu schleppenden Liberalisierung im Ortsnetz eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gegen fünf EU-Mitgliedsstaaten angekündigt. Davon könnte auch Deutschland betroffen sein. Erkki Liikanen, EU-Kommissar für den Bereich Telekommunikation, räumte den Ländern eine Frist bis zum 20. Dezember 2001 ein, um die Entbündelung der letzten Meile zur Zufriedenheit der Kommission zu forcieren.