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Telekom-Angebot: T-Online-Aktionäre bleiben hart

04.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Resonanz der T-Online-Aktionäre auf das Kaufangebot der Deutsche Telekom hält sich nach wie vor in Grenzen. Wie aus einer in der "Börsen-Zeitung" veröffentlichten Anzeige hervorgeht, hält der Bonner TK-Konzern kurz vor Fristende noch immer weniger als 75 Prozent an T-Online.

Laut Mitteilung wurden der Telekom im Rahmen der freiwilligen Kaufofferte bis zum gestrigen Donnerstag insgesamt nur rund 3,7 Millionen Anteile angedient. Dies entspricht einem Anteil von rund 0,3 Prozent der ausstehenden Aktien. Damit hat sich die Situation im Vergleich zu Mitte Januar zwar leicht verbessert, als der Telekom nur 0,06 Prozent der ausstehenden Anteile zugesagt worden waren (Computerwoche.de berichtete). Insgesamt hält der Carrier jetzt aber nur 74,23 Prozent an seiner Internet-Tochter. Das Übernahmeangebot läuft am heutigen Freitag um Mitternacht aus und wird voraussichtlich nicht verlängert.

Die Telekom steht unter Zugzwang. Wenn es dem TK-Konzern nicht gelingt, mit seinem Tauschangebot mindestens 90 Prozent der T-Online-Anteile einzusammeln, braucht er für die geplante Reintegration die Zustimmung der Hauptversammlung. In diesem Fall stünde zudem ein Umtausch der Aktien in Telekom-Aktien an, das Tauschverhältnis würde dabei von unabhängigen Gutachtern festgelegt.

Noch idealer für die Telekom wäre ein Anteil von mindestens 95 Prozent. Damit wären die Bonner in der Lage, die Restaktionäre per Zwangsabfindung (Squeeze-out) aus dem Unternehmen zu drängen. (mb).