"Fair und angemessen"

Telekom-Angebot in nächster T-Systems-Tarifrunde

12.02.2010
Die Deutsche Telekom will mit einem Angebot in die nächste Tarifrunde bei der Großkundensparte T-Systems gehen.

"Wir werden in der Runde ein faires und der Situation angemessenes Angebot vorlegen", sagte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage. Ende Januar waren die Verhandlungen ohne Ergebnis vertagt worden. Die Positionen hätten zu weit auseinander gelegen, hieß es von der Telekom. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Lohnsteigerung von fünf Prozent für die T-Systems-Mitarbeiter. Die nächsten Verhandlungen sind für kommende Woche angesetzt.

Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger forderte nun in einer Kolumne auf der Internetseite des Konzerns dazu auf, über Alternativen zu starren Lohnforderungen nachzudenken. Qualitative Bereiche der Tarifpolitik wie der Umgang mit Altersvorsorge oder Fort- und Weiterbildung hätten in letzter Zeit immer mehr Gewicht gewonnen. Sattelberger verwies auf den Tarifabschluss beim T-Systems-Konkurrenten IBM sowie die IG Metall, die in dieser Woche erstmals in ihrer Geschichte ohne konkrete Lohnforderung in eine Tarifverhandlung gegangen war.

Bei der Gewerkschaft Verdi laufen unterdessen nach den Worten von Bundesvorstand Lothar Schröder Vorbereitungen für einen Warnstreik bei T-Systems. Die Telekom rechne sich gegenüber ihren Mitarbeitern arm, so der Vorwurf der Gewerkschafter. Allein auf der Kostenseite könne der Tarifabschluss bei T-Systems mit moderateren Lohnforderungen wie zum Beispiel in den Verhandlungen bei IBM nicht verglichen werden. Bei IBM seien auch Zusagen zur betrieblichen Altersvorsorge und andere Sonderzahlungen ausgehandelt worden. "Die realen Kosten waren also weitaus höher als die alleinige Lohnsteigerung von 1,9 Prozent suggeriert", sagte Schröder.

T-Systems brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von rund 11 Milliarden Euro. Für 2010 hatte Spartenchef Reinhard Clemens Ende Januar ein Wachstum bei Umsatz und Ergebnis in Aussicht gestellt. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hatte T-Systems beim Umsatz unter der Wirtschaftskrise gelitten, sich aber in den schwarzen Zahlen halten können. Ihre komplette Bilanz für 2009 legt die Telekom voraussichtlich am 26. Februar vor. (dpa/ajf)