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Telefonnutzung: Deutschland redet sich zum Rekord

16.05.2007
Die Zahl der Telefonminuten ist im Jahr 2006 hierzulande auf einen neuen Rekordstand gestiegen. Rund 60 Stunden pro Jahr hängt der Durchschnittsbürger an der (drahtlosen) Strippe.

In Deutschland wurden 2006 insgesamt 297 Milliarden Minuten vertelefoniert, berichtet der Branchenverband Bitkom, der sich auf Zahlen der Bundesnetzagentur beruft. Der Anstieg gegenüber 2005 belief sich auf sieben Prozent. Im Durchschnitt telefonierte jeder Deutsche 2006 rund 3.606 Minuten, umgerechnet gut 60 Stunden. Etwa 23 Prozent der Gespräche wurden nicht mehr mit dem klassischen Festnetztelefon geführt: 57 Milliarden Minuten entfielen auf den Mobilfunk, neun Milliarden auf die Internet- und 700 Millionen Minuten auf die Kabel-Telefonie. Immerhin hat sich die Zahl der Festnetzminuten stabilisiert, so der Bitkom. Die Gesprächsminuten im Festnetz bleiben seit 2002 weitgehend konstant bei 230 Milliarden Minuten pro Jahr.

Stark zulegen konnten die neuen Angebote: So stieg das Gesprächsvolumen per TV-Kabel von 100 Millionen Minuten im Jahr 2004 auf 700 Millionen Minuten im Jahr 2006. Allerdings beträgt der Anteil des Fernsehkabels am gesamten Gesprächsaufkommen bislang weniger als ein Prozent. Immer beliebter wird auch die Internet-Telefonie (VoIP). Hier hat sich das Gesprächsvolumen im vergangenen Jahr auf neun Milliarden Minuten vervierfacht. Die größte Alternative zum Festnetz bleibt indes der Mobilfunk. Im Vorjahr wurde 57 Milliarden Minuten per Handy telefoniert. Noch 2002 waren es mit knapp 32 Milliarden Minuten etwas mehr als die Hälfte. Allein gegenüber 2005 legten die Handy-Gespräche um ein Drittel zu.

Wegen der sinkenden Preise blieb das Marktvolumen bei 56 Milliarden Euro relativ stabil. Der Gesamtmarkt für Telekommunikation – also Dienste, Endgeräte und Infrastruktur – wird im Jahr 2007 laut Prognose des Bitkom mit gut 70 Milliarden Euro ebenfalls auf Vorjahresniveau liegen. (ajf)