Speicher aus der Cloud

Taugt Storage as a Service als Alternative?

Martin Bayer
Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; mitverantwortlich für die Entwicklung von Themenschwerpunkten; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
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Mit dem Hype rund um Cloud Computing wächst auch das Interesse an Online-Speicher. Doch die Netz-Backups eignen sich nicht für jeden Anwendungszweck.

Glaubt man den Anbietern, sind Daten im Netz sicherer aufgehoben als auf dem Storage-Server im Unternehmen beziehungsweise dem Rechner zu Hause. Backup-Spezialist Carbonite taxiert die weltweiten Datenverluste im vergangenen Jahr auf ein Volumen von 845 Petabyte, das sind 845 Millionen GB. Basis der Schätzung sind IDC-Zahlen, wonach die Storage-Hersteller im vergangenen Jahr weltweit rund 6500 Petabyte an Speicher ausgeliefert haben, sowie eine Studie der Carnegie Mellon University, nach der von einer jährlichen Storage-Ausfallrate von etwa 13 Prozent auszugehen ist.

Dabei sind nicht nur die Privatanwender von den Speicher-Crashs betroffen, auch Firmen beklagen zum Teil schmerzliche Datenverluste. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) gingen oft zu nachlässig mit der Sicherung ihrer geschäftskritischen Daten um, hat eine Studie von Gartner im vergangenen Jahr ergeben. 64 Prozent der KMUs würden ihre Firmeninformationen nicht an einem externen Standort sichern, wo sie in einem Katastrophenfall sicher wären. Darüber hinaus seien rund 60 Prozent der traditionellen Backups unvollständig, 50 Prozent aller Recovery-Versuche schlügen fehl, und ganze 25 Prozent der Backup-Tapes würden in einer dafür geeigneten Umgebung gelagert.

Abhilfe bei Backup-Problemen versprechen Anbieter von Storage as a Service, Online-Backups und Speicher in der Cloud. Anwenderunternehmen würden von allen Aufgaben und Aufwänden rund um ihr Backup befreit, argumentieren die Storage-Dienstleister. Zudem seien die Daten im Netz oft sicherer aufgehoben als in den Unternehmen. Traditionelle Backup-Lösungen erforderten neben den Investitionen in Hard- und Software auch einen hohen Personalaufwand. Zudem sei eine vollständige Automatisierung des Backup-Prozesses oft nicht möglich. Gerade in kritischen Situationen, wenn es darum gehe, geschäftskritische Informationen innerhalb kürzester Zeit zu retten und wiederherzustellen, komme es deshalb häufig zu Problemen.

Die Palette der Storage-Funktionen im Netz ist breit. Das Servicespektrum reicht vom integrierten Daten-Management mit abgestuften Security-Leveln und Hochverfügbarkeitsumgebungen bis hin zu einfachen virtuellen Festplatten, auf denen Privatanwender ihre Bildarchive und Musiksammlungen sichern können. Beispielsweise bietet Iron Mountain Digital seine "Connected-Backup"-Software" für Server und Client-Rechner neben einer herkömmlichen Kauflizenz auch als Online-Mietservice an. Firmen könnten so ihre geschäftskritischen Daten weitgehend automatisiert sichern und wiederherstellen, verspricht der Anbieter.

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