Geringeres Wachstum

Tata leidet unter der Wirtschaftsflaute in den USA

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Indiens größter Outsourcing-Dienstleister Tata Consultancy Services (TCS) hat für das Ende März abgeschlossene Geschäftsjahr ein schwächeres Wachstum gemeldet als gewohnt.

Dabei signalisierte TCS, dass der Konzern unter der ökonomischen Unsicherheit in den USA gelitten habe, für die meisten indischen IT-Dienstleister der größte Markt. Infosys Technologies und Wipro hatten in der vergangenen Woche ebenfalls schon rückläufige Wachstumsraten ausgewiesen.

Tata hatte im vergangenen Jahr noch Umsatz und Gewinn um 41 und 43 Prozent steigern können. Im nun abgeschlossenen Fiskaljahr kletterten die Einnahmen um immerhin noch 33 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Unterm Strich legte TCS um 32 Prozent auf 1,25 Milliarden Dollar zu. Das Unternehmen gewann im Laufe des Geschäftsjahres 212 neue Kunden und stockte seine Belegschaft um 22.116 auf 111.407 Mitarbeiter auf. 50,7 Prozent vom Umsatz erzielte Tata in den USA, weitere knapp 20 Prozent in Großbritannien.

Speziell in den ersten drei Monaten 2008 hätten die US-Kunden bei neuen Deals mit Outsourcern Zurückhaltung geübt, erläutert Siddharth Pai, Partner der Sourcing-Beratungsfirma Technology Partners International (TPI). Der Umsatz von TCS von Januar bis März lag mit 1,52 Milliarden Dollar nur ein Prozent höher als im Vorquartal, der Profit ging sogar um 7,25 Prozent zurück.

Mittel- und längerfristig werde die Rezession in den USA aber dazu führen, dass sich mehr Geschäft in Offshore-Länder wie Indien verlagere, so Pai weiter. Wert und Anzahl neuer Offshore-Verträge stiegen bereits wieder.

TCS war lange als der neue internationale Partner für die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom, T-Systems, gehandelt worden. Diese gab allerdings während der diesjährigen CeBIT stattdessen eine Zusammenarbeit mit dem in den USA ansässigen Offshoring-Dienstleister Cognizant bekannt. (tc)