Von TPG und IVP

Tanium holt sich noch einmal 120 Millionen Dollar

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Das bislang exklusiv von Andreessen Horowitz fremdfinanzierte Security- und Systems-Management-Startup Tanium hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen.

Die neue Runde wurde einer Mitteilung zufolge von den Private-Equity-Firmen TPG und Institutional Venture Partners (IVP) angeführt, Altinvestor a16z war ebenfalls mit von der Partie. Das Investment bewerte Tanium jetzt bereits mit 3,5 Milliarden Dollar, schreibt das Technologieblog "Re/code" - das wäre doppelt so viel wie bei der letzten Finanzierungsrunde im März, als Tanium für eine Bewertung von 1,75 Milliarden Dollar 52 Millionen Dollar von Andreessen Horowitz genommen hatte - mit insgesamt 142 Millionen Dollar ist Tanium übrigens die zweitgrößte "Wette" der ehemaligen Netscape-Manager.

Foto: Tanium

Die Software von Tanium kombiniert IT-Sicherheit und Systems Management. Sie kann extrem schnell alle Geräte ("Endpoints") in einem Firmennetz und die Software darauf erfassen und darstellen; vor allem aber kann sie in Windeseile Updates auf jedem dieser Endpunkte einspielen - besonders praktisch, wenn das Netz angegriffen wird. Auf der Kundenlist von Tanium stehen Regierungen und große Konzerne wie Amazon, Target, Visa und Verizon.

Weitere Investitionen hätte Tanium eigentlich nicht gebraucht. Die Firma seit Cash-Flow-positiv und habe das meiste vom eingenommenen Fremdkapital (insgesamt rund 250 Millionen Dollar) noch auf der Bank, erklärte Mitgründer und CTO Orion Hindawi. Tanium ist ein echtes Familienunternehmen - Orion (35) führt die Company gemeinsam mit seinem Vater David (70), beide halten laut "Forbes" zusammen rund 60 Prozent. Vor Tanium hatte das Vater-Sohn-Gespann bereits die ähnlich gelagerte Firma BigFix gegründet und 2010 für geschätzte 400 Millionen Dollar an IBM verkauft.

Tanium hatte im Juni ein Forensik-Tool herausgebracht, um Unternehmen die Analyse von Cyber-Einbrüchen zu erleichtern, den früheren Fireeye-Manager David Damato als Chief Security Officer eingestellt und seine Präsenz in Washington, D.C. ausgebaut für das wichtige Geschäft mit US-Behörden und Rüstungsfirmen. Im Juli wurde dann auch noch eine strategische Zusammenarbeit mit der Beratungsfirma PwC besiegelt. Von 35 Mitarbeitern Anfang 2014 ist die Firma bereits auf mehr als 300 gewachsen und erwartet schon Ende dieses Jahres einen Headcount von über 400.

Viele Mitarbeiter arbeiten im Vertrieb und Support, Tanium entwickelt aber auch eine ganze Suite von IT-Management- und Security-Modulen, die auf seiner Basis-Plattform aufsetzen (und von der Geldgeber längerfristig einen Großteil des Wachstums erwarten). "Man darf gewiss annehmen, dass Tanium irgendwann an die Börse geht", sagt CTO Orion. "Wenn es so weit ist, dann ist es gut, Freunde in Firmen wie R. Rowe Price und TPG zu haben."