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Talking Blocks: HP kauft SOA-Software zu

04.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - HP hat gestern angekündigt, es werde die auf Software für das Management von Web-Services spezialisierte Startup-Firma Talking Blocks übernehmen. Diese befindet sich in Privatbesitz, finanzielle Details der Transaktion sind nicht bekannt. Dies bedeutet effektiv auch das Ende für HPs eigenentwickelte Web-Services-Management-Engine, die das Unternehmen auf der eWorld-Konferenz von Bea Systems im vergangenen März angekündigt hatte.

Das Produkt von Talking Blocks mit so genannter Service-orientierter Archtitektur (SOA) integriert und verwaltet Web-Services. HP will diese Technik unter anderem für das Management von Unternehmenssystemen nutzen. Die Software soll erweitert werden, um Interfaces zu erzeugen und zu lesen, die in dem teilweise von HP getriebenen Web Services Management Framework (WSMF) erstellt sind. Gegenwärtig verwendet Talking Blocks Adapter für Java, Corba, .Net und XML zur Kommunikation mit unterschiedlichen Systemen, WSMF soll diese ergänzen.

HPs eigene Entwicklung im Bereich Web-Services-Verwaltung steckte nach Aussagen von Al Smith, CTO (Chief Technology Officer) des zuständigen Bereichs, noch in den Kinderschuhen. Die erst 2000 gegründete Firma Talking Blocks dagegen verfügt laut Smith über eine breite Kundenbasis - unter anderem General Dynamics und Verizon - sowie eine "erprobte Code-Basis", die es HP ermöglichen soll, Teile seiner Utility-Computing-Initiative ("Adaptive Enterprise") schneller auf den Markt zu bringen.

Hinter der Entscheidung für Buy statt Build steckt offensichtlich vor allem der Faktor Time-to-market - HP glaubt, dass Systems Management über Web-Services-Schnittstellen in den kommenden Monaten an Bedeutung gewinnen wird. Viele Anbieter von Unternehmenssoftware haben Updates in der Pipeline, die Web-Services nutzen. Über das WSMF soll dem Systems-Management-Framework "HP Openview" mittels XML-Schnittstellen frischer Wind verschafft werden. (tc)