Open-Source- und Linux-Rückblick für KW 49

Tails, Firefox & Opera

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
The Amnesic Incognito Live System (Tails) ist eine Live-Distribution, die mit dem Ziel entwickelt wird, die Privatsphäre zu schützen.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in Kalenderwoche 49.

Firefox 34 bringt WebRTC-Client mit sich, den Sie allerdings erst aktivieren müssen. Opera 26 für Linux steht bereit. Die Entwickler von Linux Mint haben OEM-Abbilder von 17.1 "Rebecca" ausgegeben.

Tails 1.2.1

Tails ist eine Live-Linux-Distribution, die sich um die maximale Privatsphäre des Nutzers kümmert. Der gesamte Traffic wird durch das Tor-Netzwerk geleitet. Es gibt zwar immer wieder Warnungen, dass auch Bösewichte das Tor-netzwerk mit Knoten infiltriert haben, dennoch empfiehl die EFF (Electronic Frontiert Foundation) die Nutzung von Tor, wenn man seine Anonymität wahren möchte.

Tails 1.2.1 wurde auf Linux-Kernel 3.16.7-1 aktualisiert. Weiterhin ist der auf Firefox 31 ESR basierte Tor Browser 4.0.2 enthalten. Weiterhin wurde die Unterstützung für TrueCrypt eingestellt. Dafür ist dokumentiert, wie man TrueCrypt-Datenträger mittels cryptsetup öffnet.

Die Entwickler empfehlen Anwendern von Tails, unbedingt auf die neueste Version zu aktualisieren. Grund sind ausgebesserte Security-Probleme. Sie finden die neueste Version im Download-Bereich der Projektseite.

Firefox 34

Die interessanteste Neuerung in Firefox 34 ist der WebRTC-Client, der auf den Namen Hello getauft wurde. Mithilfe dieser App können Sie Gespräche und Video-Telefonate führen, sowie Nachrichten verschicken. Dazu sind keine zusätzlichen Erweiterungen notwendig.

Hello ist möglicherweise deaktiviert. Um die Funktion zu aktivieren, öffnen Sie mittels about:config in der URL-Zeile die Konfiguration und suchen nach loop.throttled. Der Wert muss auf false stehen. Starten Sie Firefox 34 nun neu, können Sie Hello über das Anpassen-Menü in den Browser einbinden.

Firefox Hell können Sie mit oder ohne Anmeldung nutzen. Rufen Sie den Client auf, erstellt die Software einen Link, den Sie dann der anderen Partei schicken können. Damit ist sie eingeladen. Wir haben die Prozedur für Sie in der Bildergalerie visualisiert.

Sie finden alle weiteren Neuerungen und Änderungen zu Firefox 34 im offiziellen Changelog. Firefox 34 ist für Linux, Mac OS X und Windows verfügbar.

Opera 26 für Linux

Ungefähr 18 Monate hat es gedauert, bis Opera eine neue Version des gleichnamigen Browsers für Linux ausgegeben hat. Ab sofort ist Opera 26 für Linux verfügbar.

Es gibt durch den Einsatz von Aura und Blink Verbesserungen bei der Performance. Weiterhin ist die Art, Lesezeichen zu organisieren, einfacher geworden. Sie können die Bookmarks auch auf einfache Weise teilen. Die Software erstellt für Sie einen Link, den Sie dann nach Belieben verschicken können. Videos starten dank integrierter Videounterstützung schneller.

Wer mit mobilem Breitband unterwegs ist, darf sich über Opera Turbo freuen. Diese Funktion komprimiert Webseiten, bevor sie diese an den Anwender ausliefert. Das spart Bandbreite und das Surfen in langsamen Netzen ist schneller.

Weiterhin gibt es eine integrierte PDF-Anzeige. Sie können die aktuelle Version aus dem Download-Bereich der Projektseite beziehen.

OEM-Abbilder von Linux Mint 17.1

Die OEM-Abbilder richten sich in erster Linie an Computer-Hersteller und -Anbieter. Installiert man Linux Mint 17.1 auf diese Weise, bekommt der Anwender nach einem ersten Start einen kleinen Einrichtungs-Bildschirm. Dort kann sie oder er Anwendername, Passwort, Tastatur-Einstellungen und so weiter festlegen. OEM-Abbilder für Linux Mint 17.1 gibt mit den Desktop-Umgebungen Cinnamon oder MATE.

Wer derzeit Linux Mint 17 betreibt, hat seit wenigen Tagen die Möglichkeit, über die Aktualisierungsverwaltung auf Linux Mint 17.1 "Rebecca" upgraden zu können. Mit diesem Upgrade bekommen Sie Cinnamon 2.4 installiert.