Smart Home

Tado stellt neuen smarten Thermostat vor

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Das Münchner Startup Tado hat zur neuen Heizperiode seinen smarten Thermostat weiterentwickelt, der nun mit "fast allen Heizungen" funktionieren soll.

Der Tado-Thermostat hat nun ein LED-Matrix-Display mit kapazitiver Touch-Oberfläche, über das sich laut Mitteilung des Herstellers schnell und einfach Einstellungen vornehmen lassen. Das Display leuchtet nur dann, wenn der Nutzer mit dem Thermostat interagiert, sodass das Gerät im Wohnraum nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Tado Smart Thermostat wird von drei AAA-Batterien mit Strom versorgt und kann so bestehende Thermostate unabhängig von der Stromversorgung und ohne externe Verkabelung ersetzen.

Mit Tado soll man seine Heizkosten um bis zu 31 Prozent senken können.
Mit Tado soll man seine Heizkosten um bis zu 31 Prozent senken können.
Foto: Tado

Möglich macht das ein extrem sparsames Mesh-Funknetz auf Basis von 6LoWPAN. Die korrespondierende Tado Bridge wird via Ethernet direkt am Router angeschlossen - so wia auch beim Mesh-Netz von Sonos. Für Heizungen ohne Raumthermostat gibt es ein optionales Extension Kit. Laut Tado ist der neue Smart Thermostat jetzt jedenfalls mit mehr als 5000 verschiedenen Heizungen von 290 Herstellern kompatibel (und deckt damit rund 95 Prozent des Marktes ab). Caveat: Wer mit Zentralheizung versorgt wird, der kann mit Tado leider nichts anfangen. Kein Wunder, dass die Münchner nach Deutschland zunächst nach UK expandiert hatten - dort ist das Konzept der Zentralheizung so gut wie unbekannt.

Die Vorteile der ersten Tado-Generation bleiben sämtlich erhalten, als da wären automatische An- und Abwesenheitserkennung via Smartphone-App (für iOS und Android), Integration von Wettervorhersagen aus dem Netz, Erlernen von Gebäudeeigenschaften, ein digitaler Heizungsschutz zur Vorbeugung von Schäden ("Tado Care") sowie Reporting über die die mobile App - einer 2013 erstellten Simulationsstudie des Fraunhofer Instituts für Bauphysik zufolge lassen sich über den Tado-Heizassistenten die Heizkosten um jährlich bis zu 31 Prozent senken.

Mit Ortung der Bewohner via App erkennt Tado, wann niemand zu Hause ist und die Heizung heruntergeregelt werden kann.
Mit Ortung der Bewohner via App erkennt Tado, wann niemand zu Hause ist und die Heizung heruntergeregelt werden kann.
Foto: Tado

Den neuen smarten Thermostaten von Tado kann man entweder kaufen - das kostet einmalig knapp 250 Euro - oder für monatlich rund 7 Euro mieten. Wer zusätzlich das Extension Kit benötigt, zahlt einmalig weitere knapp 100 beziehungsweise monatlich rund drei Euro. Erhältlich ist die Smart-Home-Lösung direkt über www.tado.com sowie über Handelspartner wie Mobilcom Debitel, Swisscom oder Entega.

Tado hatte Mitte Juli eine neue Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossen und will nun auch verstärkt international expandieren. Seine neue Hardware präsentierte das Startup am Montag dieser Woche in einem neu dazugemieteten Stockwerk am Firmensitz in der Münchner Lindwurmstraße. Die bisher genutzte Etage drohte durch die aktuell zahlreichen Neueinstellungen bereits aus den Nähten zu platzen.

Der neue Tado-Thermostat kostet einmalig 250 oder monatlich 7 Euro.
Der neue Tado-Thermostat kostet einmalig 250 oder monatlich 7 Euro.
Foto: Tado

Tado, das auch schon mehrmals bei Code_n auf der CeBIT dabei war, startete die Entwicklung intelligenter Thermostate im Jahr 2010 und ist seit November 2012 mit seinem ersten Produkt Tado Heating in Deutschland, Österreich, der Schweiz und - seit 2013 - auch in Großbritannien auf dem Markt vertreten. Das neue Tado Cooling für Klimaanlagen wurde Anfang dieses Jahres weltweit über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter eingeführt. Mit seinen Lösungen konkurriert Tado mit dem 3,2 Milliarden teuren Google-Zukauf Nest Labs, profitiert aber indirekt auch von dessen Marketing-Macht.