PAC-Studie

Tablets in den Medien stärker vertreten als in Unternehmen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Trotz der Präsenz von Tablets in den Medien werden die Geräte in deutschen Unternehmen bislang weit weniger intensiv genutzt, als dies in der öffentlichen Diskussion den Anschein erwecken mag.

Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Trendstudie von Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag von Microsoft Deutschland (das im Tablet-Markt bekanntlich bislang keine Rolle spielt und möglicherweise deshalb diesen Trend herausstellt). Andererseits macht die Umfrage deutlich, dass Tablets einen hohen Mehrwert für Firmen darstellen und künftig eine wichtige Rolle in der Unternehmens-IT spielen werden.

Bislang haben nur rund ein Fünftel der Unternehmen nach Aussage von PAC befragten ITK-Verantwortlichen private und/oder firmeneigene Tablets im Einsatz oder planen die Nutzung in den nächsten zwei Jahren. Und wenn Tablets bereits genutzt werden, handelt es sich meist nur um eine sehr kleine Anzahl an Geräten. In sieben Prozent der Firmen wird die Tablet-Nutzung noch diskutiert.

Die gut 150 befragten IT-Leiter und Geschäftsführer gehen mehrheitlich davon aus, dass Tablets ein wichtiger Bestandteil der Unternehmens-IT werden. Die Firmen, die heute schon Tablets nutzen, sind vom Mehrwert der Geräte für das geschäftliche Umfeld überzeugt - insbesondere in allen kundennahen Bereichen. Aus Sicht von PAC besteht ein daher großes Marktpotential speziell für mobile ERP- und CRM-Anwendungen.

Ein Großteil der Unternehmen, die bereits Tablets nutzen, setzen auf firmeneigene Geräte. Meistens wurde dabei das iPad von Apple angeschafft. iOS liegt deswegen in punkto Verbreitung derzeit vorn - obwohl das Betriebssystem von Apple nur 26 Prozent der befragten ITK-Verantwortlichen als geeignet für den Geschäftseinsatz beurteilen. Allerdings schneiden andere Plattformen hinsichtlich der Business-Tauglichkeit auch nicht besser ab.

Über den Status als reines Hype-Thema sind Tablets jedenfalls mittlerweile hinaus. "Tablets haben für Unternehmen einen eindeutigen Mehrwert. Sie erleichtern insbesondere die mobile Nutzung von webbasierenden Anwendungen", kommentiert die PAC-Analystin Nicole Dufft. "Damit könnte die verstärkte Nutzung von Tablets eine wichtige Triebfeder für Cloud-Applikationen werden."

Bisher werden Tablets in Firmen vorwiegend für einfache, grundlegende Anwendungen wie E-Mail-Versand und -Empfang sowie die Präsentation von Dokumenten genutzt. Der Einsatz von stärker integrierten, prozessspezifischen Lösungen wie mobilen ERP- oder CRM-Applikationen werde häufig noch nicht mit Tablets assoziiert, so PAC weiter. Hier bestehen aus Sicht der Experten noch erhebliche Potenziale.

Auf der anderen Seite steige der Bedarf an Tools für eine effiziente Verwaltung. "Unternehmen müssen auch für Tablets zentrale Administrationsmöglichkeiten schaffen, sodass die sich zunehmende Vielfalt an Gerätetypen und Betriebssystemen effizient verwalten lässt", sagt der PAC-Experte Frank Niemann. "Darüber hinaus ist es gerade für große Unternehmen von zentraler Bedeutung, Sicherheit und Compliance auch bei der Tablet-Nutzung gewährleisten zu können."

PAC verweist in diesem Zusammenhang auf die enorme Bedeutung einer geeigneten Mobility-Strategie in den Unternehmen hin. Hierbei müssen die Bedarfe der Nutzer, die IT-Umgebung sowie die zu erwartenden Kosten für Verwaltung und Integration berücksichtigt werden. Viele Anwender haben das bisher versäumt.