Analysten-Trends im Test

Tablet-Vielfalt kein Thema für IT-Profis

15.01.2013 | von Christiane Pütter (Autor) 
Christiane Pütter ist freie Journalistin.
Was Analysten wie Gartner und Forrester als die nächsten großen Themen verkünden, sehen Praktiker oft anders. Gulp hat Mitte des Jahres ermittelt, welche Trends durchfallen.
Wie die Teilnehmer einer Gulp-Umfrage zehn IT-Trends bewerten
Wie die Teilnehmer einer Gulp-Umfrage zehn IT-Trends bewerten
Foto: Gulp

Jahr für Jahr zücken Analysten wie Forrester, Gartner und IDC sowie der Branchenverband Bitkom ihre Glaskugeln und rufen IT-Trends aus. Die Münchener IT-Projektbörse Gulp hat zehn davon ausgesucht und 459 Praktikern vorgelegt. Praktiker heißt: freiberufliche IT-Experten, Projektanbieter und Einkäufer aus Unternehmen. Die Befragten stammen aus Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz. Fazit: Nur vier der zehn Trends halten dem Urteil der Umfrage-Teilnehmer stand.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

1. Echter Trend: Server mit niedrigem Energieverbrauch. Als wahrer Trend dürfen Server gelten, die möglichst wenig Energie benötigen. Fast drei von vier Befragten (73 Prozent) bestätigen die Relevanz solcher Server. Das ist der höchste Zustimmungsgrad aller abgefragten Themen.

2. Echter Trend: Mobil-zentrierte Anwendungen und Interfaces. Knapp 68 Prozent der IT-Praktiker sehen mobil-zentrierte Schnittstellen im Kommen, die auf Berührung, Gesten, Stimme und Video reagieren. Sie werden die gewohnten User-Interfaces mit Fenstern und Icons ablösen.

3. Echter Trend: Cloud-Strategie. Gut 63 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Unternehmen eine Strategie für den Umgang mit Cloud Computing entwickeln müssen. Diese dreht sich um Entscheidungen darüber, wo private, also geschlossene Clouds nötig sind, und wo mit öffentlichen Cloud-Diensten gearbeitet werden kann. Unternehmen müssen sich fragen, wie sie das gesamte Spektrum an privaten und öffentlichen Clouds im Unternehmen sichern und verwalten wollen.

 

Raymond Boye
Naja, Analysten haben sich ja als die größten Luftpumpen überhaupt entpuppt, deswegen fragt man lieber die Leute, die sich täglich "proaktiv" damit beschäftigen müssen, was morgen noch wichtig ist. Das hat immer noch mehr Gehalt, als das hysterische Business-Getue, das derzeit die ganze Wirtschaft krank macht.

Pat Potts
Deshalb fragt man zu solchen Themen ja auch Analysten, die sich proaktiv mit zukünftigen Trends beschäftigen - und nicht "IT Profis" die aus gutem Grund mehr auf aktuelle Anforderungen des Tagesgeschäftes reagieren.

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