CeBIT 2012 Highlights

Tablet-Anbieter suchen die Nische

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Apple ist mit dem iPad im Bereich Tablets unumstrittener Marktführer. Doch die Konkurrenz schläft nicht, wie sich auf der CeBIT zeigt.

Nach der Goldgräberstimmung des Vorjahres ist im Tablet-Markt etwas Besonnenheit eingekehrt. Nicht etwa, dass die Nachfrage nachlässt – der Branchenverband Bitkom rechnet damit, dass 2012 rund 2,7 Millionen Tablets in Deutschland verkauft werden, knapp 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hersteller haben aber augenscheinlich ihre Lehren aus dem vergangenen Jahr gezogen.

Damals wurden nicht nur die ersten im Frühjahr vorgestellten iPad-Kopien in kürzester Zeit von der zweiten Generation des Apple-Tablets überrollt. Hinzu kam, dass Google die Android-Version 3.0 nicht freigab und Apple gegen angebliche iPad-Klone vor Gericht zog. Viele No-Name-Hersteller sind daher mittlerweile wieder aus dem Rampenlicht verschwunden. Die etablierten Anbieter setzen weniger auf die Konfrontation mit dem iPad, sondern versuchen, sich durch Features zu differenzieren, die Apple mit seinem Zehn-Zoll-Tablet derzeit nicht bieten kann oder will.

Samsung setz auf verschiedenen Display-Größen

Das Galaxy Note von Samsung.
Das Galaxy Note von Samsung.
Foto: Samsung

Sein Glück mit verschiedenen Display-Größen versucht etwa CeBit-Rückkehrer Samsung. Die Südkoreaner haben inzwischen Tablets fast jeder denkbaren Größenordnung im Portfolio. Von Flachmännern mit 10,1 Zoll Bildschirmdiagonale, wegen derer man sich regelmäßig mit Apple vor Gericht trifft, geht es über drei Zwischenstufen (8,9, 7,7 und sieben Zoll) bis hinunter zum Galaxy Note. Dieses bildet wegen seines 5,3-Zoll-Screens und der Möglichkeit, damit zu telefonieren, einen Übergang zu den Smartphones.

In Hannover präsentiert Samsung unter anderem das Galaxy Tab 7.0 Plus N mit einem sieben Zoll großen Touchscreen mit 1024 mal 600 Pixeln Auflösung sowie einem 1,2 Gigahertz schnellen Dual-Core-Prozessor mit 1 Gigabyte Arbeitsspeicher. Das Android-Gerät gleicht in den meisten Punkten dem Galaxy Tab 7.0 Plus, das der Hersteller vermutlich wegen der anhaltenden Rechtsstreitigkeiten mit Apple nicht in den deutschen Markt eingeführt hat. Nur an der Optik wurden Veränderungen vorgenommen.


Iconia A700 und A510 von Acer

Das Iconia A700 von Acer.
Das Iconia A700 von Acer.
Foto: Acer

Auch bei anderen Herstellern gibt es Flachmänner zu bestaunen. So kommt etwa Acer voraussichtlich gleich mit drei neuen 10,1-Zoll-Geräten angereist. Die noch für die erste Jahreshälfte erwarteten Tablets „Iconia A700“ und „Iconia A510“ sind beide mit Nvidias neuem Quadcore-Chipsatz Tegra 3 mit 1,3-Gigahertz Taktung bestückt und laufen mit dem neuen Android-Betriebssystem 4.0, der Preis wird vermutlich im Bereich von 500 Euro liegen.

Als wesentlichen Unterschied besitzt das A700 aber ein IPS-Display mit der besonders hohen Auflösung von 1920 mal 1200 Pixeln, außerdem soll es eine UMTS-Version geben. Mit dem bereits verfügbaren A200 adressiert Acer den Einsteigerbereich: Das Modell arbeitet noch mit dem Dualcore-Chipsatz Tegra 2, läuft zumindest zu Beginn mit Android 3.2 und auch das eine oder andere Ausstattungsmerkmal fehlt. Bei einem Preis von knapp 370 Euro für ein 10-Zoll-Tablet sind diese Mängel aber zu verschmerzen.