T-Systems steht vor der Gedas-Übernahme

20.12.2005
Der VW-Vorstand soll den Verkauf an die Telekom-Tochter bereits beschlossen haben.

Für etwas weniger als 450 Millionen Euro wird T-Systems die IT-Dienstleistungstochter des Volkswagen-Konzerns übernehmen. Presseberichten zufolge hat der VW-Vorstand dem Vorhaben bereits zugestimmt, nun steht noch die Billigung des Aufsichtsrats aus. Mit dem Geschäft ist ein Rahmenvertrag über den IT-Betrieb mit einer Laufzeit von sieben Jahren verbunden. Derzeit erzielt Gedas etwa 70 Prozent der Jahreseinnahmen von 564 Millionen Euro mit der Muttergesellschaft. Die Unternehmen bestätigten die Meldung nicht.

Eine Übernahme von Gedas durch T-Systems wäre keine Überraschung. Gedas fügt sich gut in die Internationalisierungsstrategie von T-Systems ein, da die VW-Tochter mehr als zwei Drittel ihrer Einnahmen im Ausland erzielt. Aus Sicht des Volkswagen-Konzerns ist die Entscheidung ebenfalls nachvollziehbar, denn die Telekom-Tochter verfügt seit der Übernahme des Debis Systemhauses von Daimler-Chrysler im Jahr 2000 über gutes Branchen-Know-how.

T-Systems muss Stellen streichen

Bis zum Schluss soll auch EDS als möglicher Käufer im Gespräch gewesen sein. Der texanische IT-Dienstleister ist durch den Großkunden General Motors ebenfalls fest in der Automobilbranche verankert. Angeblich sei die Entscheidung für T-Systems gefallen, weil die Firmenkultur der beiden deutschen Unternehmen besser zusammenpasse. Außerdem habe T-Systems das attraktivere Gesamtangebot unterbreitet.

Mit der Übernahme können bis zu 5000 Mitarbeiter, davon etwa 1500 im Inland, zu T-Systems wechseln. Über die Bedingungen des Betriebsübergangs ist nichts bekannt, in der Vergangenheit hat sich jedoch ge- zeigt, dass Konzerne beim Verkauf ihrer IT-Töchter auf Beschäftigungsgarantien für die Mitarbeiter gepocht haben. Das wäre pikant, weil die Telekom im November angekündigt hat, 32000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen, 5500 dieser Stellen muss T-Systems streichen. (jha)