Outsourcing

T-Systems entgeht Millionen-Deal

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Die Schweizer TK-Firma Sunrise wird ihre PC-Arbeitsplätze nicht an T-Systems auslagern.

Der zweitgrößte Schweizer Telekom-Anbieter Sunrise hat sich vergangene Woche überraschend entschieden, seine PC-Arbeitsplätze doch nicht auszulagern. Wie der Schweizer Online-Dienst "Inside-IT" unter Berufung auf ein internes Schreiben berichtet, hatte das Unternehmen 14 Monate lang nach einem Outsourcing-Partner gesucht; zuletzt liefen Verhandlungen mit Hewlett-Packard (HP) und T-Systems. Mit der Telekom-Tochter waren die Verhandlungen schon sehr weit gediehen, kurz vor der Unterschrift sei der Deal jedoch geplatzt. Der geplante Vertrag soll ein Volumen zwischen 30 und 50 Millionen Franken gehabt haben.

Ein Sunrise-Sprecher sagte, es habe sich gezeigt, dass sein Unternehmen ohne externe Betreuung der PC-Arbeitplätze im Ergebnis besser fahre. Offenbar waren die Angebote der IT-Dienstleister nicht günstig genug, mutmaßt das Blatt. Sunrise werde die interne Lösung in den nächsten Monaten "weiter optimieren", so der Sprecher weiter. Pierre Klatt, seit 1. August 2009 Managing Director von T-Systems Schweiz, bezeichnete die Entscheidung als unerwartet und "absolut nicht nachvollziehbar", vor allem weil der Deal mit zwei Mitgliedern der Sunrise-Geschäftsleitung bereits per Handschlag besiegelt worden sei.

Durch die Aktion sind beiden Seiten hohe Kosten entstanden. Der T-Systems-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob sein Unternehmen gerichtliche Schritten gegen Sunrise plant.