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T-Online verzeichnet Rekordzuwachs im DSL-Geschäft

08.11.2005
Europas größter Internetanbieter T-Online hat im abgelaufenen Quartal einen Rekordzuwachs bei den DSL-Kundenzahlen verzeichnet.

Das starke Wachstum im DSL-Bereich drückte im dritten Quartal auf T-Online-Gewinn. Dennoch erhöhte das Unternehmen die Gewinnprognose für das laufende Jahr. Die Zahl der Breitbandkunden sei in Deutschland um 342.000 auf 4,05 Millionen gestiegen, teilte die Tochter der Deutschen Telekom in Darmstadt mit. "Insgesamt verzeichnet T-Online aktuell das beste Quartal hinsichtlich der DSL-Tarifneukundengewinnung seit dem Start des Breitbandangebots in Deutschland im Jahr 2000", sagte Vorstandschef Rainer Beaujean.

Mit dem Kundenplus im zukunftsträchtigen DSL-Geschäfte stellte T-Online die Konkurrenz in den Schatten, die im zweiten Quartal zum Teil mehr Kunden als die Darmstädter eingesammelt hatten. United Internet (1&1, GMX) gewann im abgelaufenen Quartal 190.000 neue Breitbandnutzer und die mobilcom-Tochter freenet.de nahm 80.000 Menschen unter Vertrag. Nach Angaben der T-Online-Führung wird der Konkurrenzkampf um die DSL-Kunden mit unveränderter Härte weitergehen. "Das Marktumfeld beleibt hart umkämpft", sagte Beaujean. Mit neuen Angeboten werde T-Online den Druck auf den Wettbewerber aufrecht erhalten.

Im dritten Quartal seien deutlich mehr als 50 Prozent aller neu geschalteten DSL-Anschlüsse der Telekom von T-Online gewonnen worden, sagte der Vorstandsvorsitzende. Diese Zielmarke werde auch im Gesamtjahr erreicht. Möglich wurde dies mit einer drastischen Tarifsenkung und umfangreichen Werbemaßnahmen, die ihre Spuren in der Bilanz des Marktführers hinterließen. Der Umsatz stieg zwar auf 505,8 (Vorjahr: 485,2) Millionen Euro, allerdings sank der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) auf 77 (134,5) Millionen Euro. Der Überschuss sackte auf 23,4 (86,6) Millionen Euro ab.

Ungeachtet des Rückgangs im dritten Quartal hob Beaujean die Erwartung für das Gesamtjahr an. Beim EBITDA rechne er nun mit 315 Millionen Euro, sagte er. Deutlich übertroffen werde auch die Erwartung für den Überschuss. Bislang hatte die Gesellschaft ein EBITDA von 285 Millionen Euro und einen Überschuss von bis zu 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Unverändert bleibt die Prognose für den Umsatz, der bei 2,1 Milliarden Euro liegen soll.

Zufrieden äußerte sich Beaujean über die Entwicklung in Frankreich und Spanien. Dort sei die Kundenzahl um 64.000 geklettert und damit deutlich schneller als im Vorjahreszeitraum. Die Integration der spanischen Netzgesellschaft Albura sei weit fortgeschritten. Die Telekom-Tochter will zu den führenden DSL-Anbietern in den beiden Märkten aufsteigen. Weitere Zukäufe sind dazu aus Sicht von Beaujean nicht notwendig. T-Online sei im Ausland gut aufgestellt. Einige Analysten erwarten eine Konsolidierung der DSL-Branche und rechen daher mit weiteren Übernahmen. (dpa/tc)