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T-Online verabschiedet sich von roten Zahlen

30.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Ansicht von Firmenchef Thomas Holtrop hat T-Online mit dem operativen Gewinn von 1,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr (Computerwoche online berichtete) die Verlustzone für immer verlassen. Für das Gesamtjahr erwartet die Internet-Tochter der Deutschen Telekom nun einen Profit vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 30 und 40 Millionen Euro. Die Erlöse aus dem Verkauf von T-Motion an die Mobilfunkschwester T-Mobile in Höhe von 27 Millionen Euro sind darin noch nicht enthalten. Für das kommende Jahr stellt Holtrop laut "Financial Times Deutschland" sogar ein EBITDA-Plus von 130 Millionen Euro in Aussicht. Außerdem soll T-Online 2003 auf Nettobasis nur noch ein schwachrote Ergebnis schreiben.

Die Telekom-Tochter hatte ursprünglich erst im laufenden dritten Quartal mit operativ schwarzen Zahlen gerechnet. Dass es T-Online bereits früher geglückt ist, führt der Vorstandsvorsitzende unter anderem auf weitere Kostensenkungen bei den defizitären Auslandstöchtern zurück. Außerdem, so Holtrop, konnte das Unternehmen wegen seiner Position als Marktführer auf einen Teile seiner Marketing-Ausgaben verzichten und dennoch einen steten Kundenzuwachs verzeichnen. So erhöhte der Internet-Dienstleister nach eigenen Angaben die Zahl der Zugangskunden im Jahresvergleich um ein Viertel auf 11,6 Millionen Abonnenten. Von den 9,4 Millionen Nutzern hierzulande sollen mittlerweile bereits 2,2 Millionen den Breitbanddienst T-DSL verwenden. Um die Zahl der aktuell 1,4 Millionen Flatrate-Abonnenten in Deutschland weiter zu steigern, will T-Online außerdem in Kürze auch günstige, zeitlich begrenzte Tarife einführen (Computerwoche online berichtete).

Ein weiterer Pfeiler des Erfolgs waren die Einnahmen im Non-Access-Bereich. Dem Bonner Unternehmen gelang es, den Umsatz aus Werbung, E-Commerce und Bezahlinhalten in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 90 Prozent auf 152 Millionen Euro zu steigern. Holtrop erklärte, in diesem Jahr werde die Basis für das Geschäft mit Bezahlinhalten gelegt. Sein Unternehmen könne dabei bereits sechs Monate nach Einführung eine erfreuliche Zwischenbilanz ziehen. Angaben, welchen Betrag der Paid-Content zu den Halbjahreseinnahmen beisteuerte, machte der Vorstandsvorsitzende jedoch nicht.

Insgesamt hat T-Online in den ersten sechs Monaten 738 Millionen Euro umgesetzt, bis Jahresende rechnet Holtrop nun mit Einnahmen zwischen 1,5 und 1,6 Milliarden Euro. (mb)