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T-Online: Mit Erotik aus den roten Zahlen?

05.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der größte europäische Internet-Dienstleister T-Online spielt mit dem Gedanken, künftig Erotik-Angebote in sein Programm aufzunehmen. "Mit Erotik kann man Geld verdienen. Das ist ein lukratives Angebot, welches wir für uns sehr genau analysieren", sagte T-Online-Chef Thomas Holtrop gegenüber "Financial Times Deutschland" (FTD). Diese Äußerung ist nicht verwunderlich, denn Internet-Anbieter sind heute mehr denn je auf Inhalte angewiesen, für die Kunden bereit sind, Geld zu bezahlen. Eine Studie belegt, dass rund ein Drittel der deutschen Internet-User sich regelmäßig auf Sex- und Erotikseiten aufhalten.

Zudem hat sich Holtrop zum Ziel gesetzt, bis 2004 mit der Vermarktung von Inhalten rund 30 Prozent des Umsatzes zu erwirtschaften. Dafür soll die Telekom-Tochter mittelfristig zu einem Internet-Medienhaus umgebaut werden. Holtrop verfolgt dabei ein ähnliches Konzept wie Medien-Mogul Leo Kirch mit seinem Bezahl-Fernsehen. "Es wird künftig im Internet Events geben, die für eine gewisse Zeitdauer für den Konsumenten kostenlos sind. Ab einem bestimmten Zeitpunkt sind sie dann nur gegen eine Gebühr zu sehen", so Holtrop. Dabei seien Pauschaltarife oder auch nutzungsabhängige Gebührenmodelle denkbar. Holtrop wies in diesem Zusammenhang jedoch Spekulationen zurück, wonach bereits mit der Kirch-Gruppe über mögliche Kooperationen verhandelt wird.