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T-Online legt kräftig zu

12.05.2004

Europas größter Internet-Dienstleister T-Online AG konnte seine Ergebnisse im Anfangsquartal 2004 überraschend stark verbessern. Wie das Darmstädter Unternehmen bekannt gab, kletterte der operative Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) gegenüber dem Vorjahresquartal um knapp 62 Prozent auf 117,7 Millionen Euro. Unter dem Strich erzielte die Telekom-Tochter einen Nettoprofit von 79,3 Millionen Euro oder sechs Cent pro Aktie, verglichen mit einem Fehlbetrag von 31,3 Millionen oder zwei Cent je Anteil im ersten Quartal 2003. T-Online profitierte dabei aber deutlich von der im ersten Quartal beschlossenen Änderung in den Bilanzregeln nach IFRS. So entfielen die ergebnisbelastenden Firmenwertabschreibungen, die im Vorjahresquartal 85,8 Millionen Euro betragen hatten.

Der Umsatz legte im Jahresvergleich um 12,7 Prozent auf 488,8 Millionen Euro zu - die von Reuters befragten Analysten hatten im Schnitt mit 505 Millionen Euro gerechnet. Die Telekom-Tochter überraschte dabei allerdings mit einem starken Zuwachs im Bereich DSL-Kunden. Hierzulande konnte das Unternehmen im Berichtsquartal 280.000 Nutzer hinzugewinnen, der Marktanteil beim DSL-Neukundengeschäft lag damit wieder über 50 Prozent. Im Schlussquartal hatte der Internet-Anbieter nur rund 100.000 neue Breitbandkunden geworben und damit deutlich Anteile an Konkurrenten wie Freenet.de und United Internet verloren.

Insgesamt stieg die Zahl der Breit- und Schmalbandkunden im aktuellen Berichtsquartal um rund 300.000 auf 13,43 Millionen, davon haben allerdings mehr als vier Millionen Nutzer länger als 30 Tage keine T-Online-Dienste genutzt. Grund sind die von T-Online als "Pay-as-you-go" (PAYG) bezeichneten Kunden, die keinen festen Tarif gebucht haben.

Erst Anfang der Woche hatte T-Online seine Kundenzahlen für 2003 nach unten korrigiert. Dabei stellte sich heraus, dass rund ein Fünftel der 10,8 Millionen Abnehmer in Deutschland die Dienste des Providers nur sehr vereinzelt wahrnehmen. Die Zahl der hiesigen Breitbandnutzer wurde nach der neuen Ausweisung von 3,14 Millionen auf 2,16 Millionen gesenkt. So hatte T-Online offenbar Nutzer als Breitbandkunden ausgewiesen, die zwar einen DSL-Anschluss der T-Com abonniert, dabei aber Dienste von T-Online-Konkurrenten wie AOL oder Freenet genutzt haben. Als T-Online-Kunden gingen sie aber über ISDN oder herkömmliche Telefonanschlüssen ins Netz. (mb)