iPhone, LTE und neue Tarife

T-Mobile USA versucht den Befreiungsschlag

27.03.2013
T-Mobile USA erfindet sich neu: Mit dem Kulthandy iPhone, einem schnelleren Netz und einem revolutionären Preismodell will die Telekom-Tochter verlorenes Terrain gegenüber ihren größeren Rivalen zurückgewinnen.
John Legere, CEO von T-Mobile USA
John Legere, CEO von T-Mobile USA
Foto: T-Mobile USA

"Wir schreiben die Regeln des Mobilfunks neu", erklärte Firmenchef John Legere am Dienstag in New York. Als letzter der vier landesweiten US-Mobilfunkbetreiber hat nun T-Mobile USA das iPhone im Angebot. Bislang war das Fehlen des Apple-Geräts ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsnachteil. Denn jeder zweite Kunde in den USA entscheidet sich für das iPhone als Smartphone.

Auch deshalb kämpfte T-Mobile USA in der Vergangenheit mit einem Kundenschwund und machte dem Bonner Mutterkonzern Sorgen. Erschwerend hinzu kam ein lückenhaftes und teils langsames Netz. Auch hier kommt Abhilfe: T-Mobile nahm in zunächst sieben US-Ballungszentren sein schnelles LTE-Netz in Betrieb.

Bei der Neuerfindung setzt das Unternehmen aber vor allem auf ein unkonventionelles Preismodell: Verbilligte Handys sind Geschichte, dafür müssen die Kunden keine teuren Zwei-Jahres-Verträge mehr eingehen. Firmenchef Legere versicherte, dass die Nutzer am Ende weniger zahlten und einen besseren Durchblick hätten.

T-Mobile USA bietet in zunächst sieben Großstädten auch LTE an.
T-Mobile USA bietet in zunächst sieben Großstädten auch LTE an.
Foto: T-Mobile USA

Experten sind gespannt, wie die US-Kunden auf die neuen Preise reagieren. Sie sind an subventionierte Handys gewöhnt, die oft nur wenige Dollar kosten. Um den Kulturschock abzumildern, bietet T-Mobile allerdings Ratenzahlungen an. So kostet das iPhone 5 einmalig 99 Dollar plus 24 Monatsraten je 20 Dollar, macht zusammen 579 Dollar. Die Vorgängermodelle 4 und 4S gibt es billiger.

Für T-Mobile hängt viel vom Erfolg seiner Neuaufstellung ab. Die Telekom-Tochter ist momentan dabei, mit dem kleineren Wettbewerber MetroPCS zu fusionieren, nachdem der Verkauf an den Telekomkoloss AT&T am Einspruch der Wettbewerbshüter gescheitert war. Die Partner haben in diesem Fall bereits alle erforderlichen Genehmigungen, jetzt müssen die MetroPCS-Aktionäre noch auf einer Hauptversammlung am 12. April ihr Okay geben.

Einige Großaktionäre haben sich aber ablehnend geäußert. Sie bemängeln unter anderem, dass die Deutsche Telekom 74 Prozent an dem Gesamtunternehmen halten wird. Die Telekom versucht es nun mit Charme: Nicht ohne Grund wird sie den Verkaufsstart des iPhone genau auf das Datum der Metro-PCS Hauptversammlung gelegt haben. (dpa/tc)