Web

 

T-Mobile erlebt Kundenboom im zweiten Quartal

19.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Mobilfunkanbieter T-Mobile hat im abgelaufenen Quartal seine Kundenzahl in Deutschland deutlich gesteigert und damit seine führende Marktposition untermauert. Wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX am Dienstag aus Branchenkreisen erfuhr, wurde im Juni die Schwelle von 28 Millionen Kunden übersprungen. Damit schloss die Telekom-Tochter mehr als 400.000 neue Verträge ab. Ende März telefonierten noch 27,6 Millionen Menschen über das Netz der Bonner. T-Mobile wuchs damit deutlich schneller als in den Vorquartalen.

"Das Quartal ist insgesamt sehr gut für die Mobilfunkanbieter gelaufen", sagte ein Branchenkenner. Dies spiegelte sich auch beim Billiganbieter Simyo wieder: Die E-Plus-Tochter habe deutlich mehr als 100.000 Kunden gewonnen und damit eine unerwartet hohe Nachfrage verzeichnet, hieß es in den Kreisen. Eine Sprecherin von E-Plus lehnte einen Kommentar dazu ab. Sie verwies auf die Vorlage der Quartalszahlen am 9. August. Die KPN-Tochter bietet seit Ende Mai über die Zweitmarke Simyo Mobilfunkkarten (SIM-Karten) günstig über das Internet an.

Bemerkenswert ist aber vor allem das Kundenplus bei Branchenführer T-Mobile. Die Bonner hatten im Herbst die Handy-Subventionen reduziert und waren daher in den Monaten Oktober bis März deutlich hinter der Konkurrenz zurückgeblieben. So gewann T-Mobile im ersten Quartal 89.000 neue Nutzer und damit weniger als Vodafone, E-Plus und O2. T-Mobile-Chef Rene Obermann hatte sich allerdings zuletzt kämpferisch gezeigt und in einem Zeitungsinterview eine "Überraschung" für das zweite Quartal angekündigt. Ein Sprecher von T-Mobile lehnte am Dienstag einen Kommentar ab und verwies auf die Vorlage der Quartalszahlen am 11. August.

Nach Einschätzung von Branchenkennern ist die neue Strategie von Obermann aufgegangen: Der Vorstandschef hat seinem Unternehmen einen strikten Sparkurs verordnet, um mehr Geld in Service und die Entwicklung neuer Dienste investieren zu können. So erhöhte T-Mobile die Ausgaben für Werbung im zweiten Quartal. Obermann will sich auf profitable Nutzer konzentrieren. Die Hälfte der geplanten Sparsumme von einer Milliarde Euro soll in zukunftsträchtige Projekte fließen.

Das Marktforschungsinstitut Gartner äußerte sich zufrieden über das Abschneiden von T-Mobile. Er erwarte in dem Quartal eine deutliche Steigerung bei Umsatz und EBITDA-Marge (Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen), sagte Gartner-Experte Martin Gutberlet. In den Monaten Januar bis März hatte T-Mobile Deutschland noch einen Umsatzrückgang von zwei Prozent verbucht. An der Frankfurter Börse gewann die Aktie der Telekom zwischenzeitlich 0,13 Prozent auf 15,67 Euro.

Eine erste offizielle Indikation wird der kleinste deutsche Anbieter, die Münchener O2, liefern, der an diesem Mittwoch seine Zahlen für die Monate April bis Juni vorlegen will. Am kommenden Montag folgt dann mit Vodafone die Nummer zwei der deutschen Mobilfunkbranche. (dpa/tc)