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SZ: Siemens spaltet SBS auf

09.12.2005
Siemens plant angeblich, seine IT-Dienstleistungstochter Siemens Business Services (SBS) in Kürze aufzuspalten und einen Teil an Fujitsu Siemens Computers (FSC) zu verkaufen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer heutigen Ausgabe.

Den Informationen zufolge soll das Geschäftsfeld Produktnahe Dienstleistungen (RPS), das unter anderem die Großrechner-Wartung beherbergt, an den Rechnerhersteller FSC abgegeben werden. Eine endgültige Entscheidung werde voraussichtlich nächste Woche fallen, wenn der Aufsichtsrat von FSC darüber befinden wolle. Der Bereich RPS steht für über einer Milliarde Euro Umsatz und steckt angesichts des starken Kosten- und Konkurrenzdrucks tief in der Krise.

Bis Weihnachten könnte den Angaben zufolge auch eine weitere Partnerschaft für große Geschäftsteile bekannt gegeben werden, die den Bereich Operation Related Services (ORS), also das Outsourcing-Geschäft, betrifft. Kommt es dazu, würde dies wohl die Auflösung von SBS bedeuten. Allerdings weiß das Blatt nicht, mit welchen potenziellen Partnern die Münchner hier in Verhandlungen stehen. In den vergangenen Monaten hatte sich immer wieder Atos Origin ins Gespräch gebracht. Der IT-Dienstleister mit Sitz in Paris hat dazu aber bislang nicht Stellung genommen.

SBS hatte im vergangenen Geschäftsjahr das Konzernergebnis mit einem Verlust von 680 Millionen Euro belastet. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld bezeichnete diese Situation mehrfach als inakzeptabel. Auch im laufenden Geschäftsjahr glaubt Siemens laut Süddeutsche nicht mehr daran, mit SBS in die schwarzen Zahlen zu gelangen. Der Konzern rechnet angeblich wieder mit einem Verlust in deutlich dreistelliger Höhe. Damit bleibt das von Kleinfeld geforderte Margenziel von fünf bis sechs Prozent bis Mitte 2007 in weiter Ferne. Erst zum 1. Oktober hatte Kleinfeld die ebenfalls angeschlagene Konzerneinheit für Logistik L&A aufgelöst, nachdem auch hier die Konzernziele nicht zu erreichen schienen. (hv)