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System-Management-Repository soll standardisiert werden

13.04.2006
BMC, Fujitsu, IBM und HP starten eine CMDB-Initiative.

Die Change beziehungsweise Configuration Management Database (CMBD) gilt als das Herzstück einer effektiven und serviceorientierten IT-Administration. Die Datenbank fungiert als zentraler Informations-Pool, in dem Angaben zu den im Unternehmen verfügbaren IT-Assets abgelegt sind, zu den jeweiligen Abhängigkeiten und den im Laufe der Zeit vorgenommenen Veränderungen an einzelnen Komponenten. Das Repository sammelt die Beschreibung von Problemfällen und deren Lösungen, so dass ein vorbeugendes Schwachstellen-Management möglich wird. Es liegt auf der Hand, dass Unternehmen, die sich an Itil ausrichten wollen oder deren IT-Abteilung definierte und verrechnungsfähige Dienste anbieten soll, über eine derartige Informationsquelle verfügen müssen.

In der Praxis sieht das jedoch anders aus. Wenn überhaupt Bestandsangaben zur Infrastruktur gespeichert werden, erfolgt dies meist in der jeweiligen Management-Umgebung, also zum Beispiel auf Desktop-, Server- oder Netzebene. Die diversen Repositories sind in der Regel proprietär und lassen sich deshalb gar nicht oder nur schwer synchronisieren. Das gilt auch für die CMDBs der großen System-Management-Anbieter, die mit ihren Frameworks und Datenbanken zwar gerne die Hoheit über sämtliche IT-Informationen durchsetzen würden, die dafür erforderliche Produktdurchgängigkeit ist auf Konzernebene jedoch nur selten anzutreffen.

Jetzt wächst die Einsicht - getrieben von den jeweiligen Cheftechnologen der Firmen BMC, Fujitsu, IBM und Hewlett-Packard. So erklärt Tom Bishop von BMC, dass er mit seinen Kollegen von der Konkurrenz schon mehrfach über das Thema diskutiert habe, nun sei ein "Working Agreement" getroffen worden. Darin geht es zunächst um einen Konsens der Beteiligten darüber, welche Schnittstellen sich für den Austausch von Metadaten zwischen den Repositories eignen und was davon standardisiert werden soll. Den Vorschlag zur Spezifikation eines entsprechenden Interface, das dann auch Itil-Forderungen erfüllt, will der Arbeitskreis bis Ende dieses Jahres fertig gestellt haben und dann einem Standardisierungsgremium übergeben. In Frage kommen dafür die intensiv mit Itil beschäftigte International IT Service Management Foundation (itSMF) oder die Distributed Management Task Force (DMTF). Gegen Letztere spricht jedoch, dass das von ihr entwickelte CIM-Framework (Common Information Management) bislang kaum implementiert wurde.

Wichtiger als diese Entscheidung ist für Bishop jedoch die Hoffnung, dass sich Computer Associates und Microsoft der Initiative anschließen werden. (ue)