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Swisscom verhandelt über Übernahme von Telekom Austria

18.08.2004

Nach anhaltenden Spekulationen über einen geplanten Zusammenschluss mit Telekom Austria (TA) hat der Schweizer TK-Konzern Swisscom entsprechende Verhandlungen bestätigt. Proteste von Gewerkschaft und Opposition können die Übernahme aber noch gefährden.

Hintergrund sind die Pläne der österreichischen Regierung, ihre 42,7-prozentige Beteiligung an dem Staatskonzern zu reduzieren. Wie die für Privatisierungsvorgänge zuständige Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) mitteilte, werde dabei neben dem bereits genehmigten Verkauf eines 17-Prozent-Anteils über die Börse auch eine "industrielle Lösung gemeinsam mit einem strategischen Partner" geprüft. Diesbezüglich habe man bereits Gespräche mit der Swisscom AG geführt.

Medienberichten zufolge will die ÖIAG aber zunächst nur einen 17-Prozent-Anteil, bis Ende 2006 dann auch die restliche Beteiligung verkaufen. Zwischenzeitlich könne die Swisscom weitere Aktien über die Börse zuzukaufen. Sollten die Schweizer mehr als 30 Prozent an der Telekom Austria halten, müssen sie den verbleibenden Aktionären ein Übernahmeangebot machen.

Von dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) und der Oppositionspartei SPÖ werden die Pläne indes stark kritisiert. So wird befürchtet, dass es bei einer Übernahme zu Massenentlassungen bei den rund 14.000 Beschäftigten von TA kommt. SPÖ-Bundesparteivorsitzender Alfred Gusenbauer kritisierte, ein Verkauf von einem staatlichen Eigentümer an einen anderen habe nichts mit Privatisierung zu tun. (mb)