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Surfer haben weniger Zeit für Sozialleben

17.02.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Je länger jemand im Internet surft, desto weniger Zeit verbringt er mit seinen Mitmenschen. Zu diesem nicht gerade überraschenden Ergebnis kommt eine Studie von Norman Nie, Politikwissenschaftler an der Stanford University, und Lutz Erbring, Professor an der Freien Universität Berlin. Die beiden Forscher haben das Verhalten von über 4000 Amerikanern in rund 2700 Haushalten untersucht.

Rund ein Drittel der Befragten gaben an, mindestens fünf Stunden pro Woche im Internet zu surfen - 13 Prozent davon verbringen nach eigenen Angaben weniger Zeit mit ihren Familien und ihren Freunden, acht Prozent besuchen weniger soziale Veranstaltungen. Rund 60 Prozent der befragten Personen sehen weniger fern und rund 30 Prozent lesen weniger Zeitungen, seit sie online sind. Web-Newcomer schränken fast augenblicklich ihr Fernsehverhalten ein.

Weitere Ergebnisse der Studie sind:

Je länger jemand einen Online-Anschluss besitzt, desto mehr Zeit verbingt er im Internet.

Die meisten benutzen das Internet für E-Mail-Dienste.

25 Prozent der berufstätigen Amerikaner, die das Internet häufig nutzen, gaben an, durch das neue Medium würden sie nun mehr zu Hause arbeiten, ohne dabei ihre Arbeitszeit in der Firma zu verkürzen.

Vor zwei Jahren veröffentlichte die Carnegie Mellon University eine ähnliche Studie, die zu folgendem Ergebnis kam: Surfer, die pro Woche auch nur einige Stunden online verbringen, werden durch die Nutzung des Internet depressiver und einsamer.