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Wifi im Handel

Surfen an der Ladentheke – Kundenbindung durch Gratis-WLAN

Seit Januar 2014 leitet Jürgen Poggemann den Direkten Vertrieb Handel der QSC AG. Nach seinem Betriebswirtschaftsstudium war er 20 Jahre lang als SAP-Consultant tätig. 2011 kam Poggemann zur INFO AG, die 2013 mit der QSC AG verschmolzen wurde. Davor arbeitete er bei dem globalen IT-Dienstleistungsunternehmen CSC. Der Fokus auf die Branche Handel zieht sich durch seine gesamte bisherige Berufslaufbahn. Poggemann wohnt in Emsdetten und ist Vater von zwei Töchtern. In seiner Freizeit joggt er, fährt gerne Motorrad und ist begeisterter Sportpilot.
Einzelhändler müssen ihren Kunden mehr bieten, um mit Online-Shops mithalten zu können. Als besonderer Service bietet sich kostenloses WLAN im Laden an. Dabei lassen sich sogar noch Leads generieren.

Überfüllte Innenstädte, quengelnde Kinder, schmerzende Füße - gerade am Samstag kann die obligatorische Shopping-Tour schnell zur Tortur werden. Viel bequemer ist es hingegen, die Einkäufe von der Wohnzimmercouch aus per Laptop zu erledigen.

Einzelhändler müssen ihren Kunden Mehrwert bieten, wenn sie mit Online-Shops mithalten wollen. Apple hat es vorgemacht und in einigen Stores sogenannte iBeacons installiert. Diese verbinden sich via Bluetooth mit dem Smartphone des Kunden, sobald er den Laden betritt und dadurch werden Mitteilungen mit neuen Angeboten direkt auf das iPhone per Push gesendet. Andere Warenhäuser wie beispielweise IKEA ersparen Kunden lange Wartezeiten, indem sie Kassen anbieten, an denen Kunden ihre Waren selbst scannen und zahlen können.

Doch soweit muss man gar nicht gehen: Viele Kunden freuen sich schon, wenn im Laden kostenloses WLAN angeboten wird. Dabei kann auch der Ladenbesitzer profitieren, indem sich der Kunde mit seiner E-Mail-Adresse registrieren muss, sobald er ein bestimmtes Zeitkontingent überschreitet.

QSC bietet für Einzelhändler, die ihre Filialen mit WLAN abdecken möchten, verschiedene Managed Services und Möglichkeiten an. Dafür betreibt QSC eine cloud-basierte, hoch redundante und in Deutschland gehostete Managed-Service-Plattform.

Natürlich sollte dabei ein Content-Filter aufgebaut werden, der den Filialkunden den Zugang zu jugendgefährdenden, rassistischen, frauenfeindlichen sowie sonstigen den ethischen Grundsätzen nicht entsprechenden Internet Inhalten verwehrt.

Zwei mögliche Modelle: Mit oder ohne Newsletter-Abo

Wählt der Kunde im Laden nun das entsprechende WLAN-Netz, wird ihm zunächst die individuell gestaltete Portalseite angezeigt. Unabhängig vom jeweiligen Authentifizierungsmodell muss der Filialkunde zur Nutzung des WLAN in beiden Modellen zunächst die Nutzungsbedingungen des Kunden bestätigen. Die Nutzungsbedingungen erscheinen nach der Auswahl auf dem Startbildschirm des Browsers.

Nach Akzeptieren der Nutzungsbedingungen kommt das jeweilige Authentifizierungsmodell zum Tragen. Da für jede Filiale eine eigene Zone gebildet wird, lässt sich gezielt steuern welche Authentifizierungsvariante in welcher Filiale genutzt wird.

Im Modell 1 kann sich der Nutzer durch Klick auf eine entsprechende Schaltfläche der Portalseite für 10 Minuten im WLAN anmelden ("Klick-Through-Verfahren"). Nach Ablauf der 10 Minuten gelangt der Nutzer automatisch zur Portalseite. Zusätzlich zum Klick-Through kann der Nutzer optional seine E-Mailadresse angeben. Durch Angabe der E-Mailadresse registriert sich der Nutzer für den Newsletter. Hierbei wird die E-Mailadresse ausschließlich auf formelle Kriterien überprüft. Einmal registrierte Nutzer werden anhand der Mac Adresse ihres Gerätes erkannt und gelangen direkt auf die Weiterleitungsseite. Durch die Anmeldung zum Newsletter entfällt die erneute Weiterleitung zur Startseite nach 10 Minuten und der Nutzer erhält einen zeitlich unbegrenzten Internetzugang.

Im Modell 2 hat der Nutzer in der Filiale allein die Möglichkeit, sich durch Registrierung für den Newsletter des Kunden im WLAN anzumelden. Die Newsletter-Anmeldung ist somit zwingende Voraussetzung für den Internetzugang, da keine andere Möglichkeit besteht, sich mit dem WLAN zu verbinden. Wie im Modell 1 hat der Nutzer nach erfolgreicher Registrierung zum Newsletter einen zeitlich unbegrenzten Zugang zum WLAN. Auch in diesem Modell werden bereits registrierte Nutzer anhand ihrer Mac Adresse wiedererkannt und gelangen direkt auf die Weiterleitungsseite.