Parallelrechner-Firma rappelt sich auf:

Suprenum zeigt Pre-Prototyp

16.10.1987

BONN (CW) - Einen "Pre-Prototypen" ihres geplanten Supercomputers stellte die Suprenum GmbH vergangene Woche der Öffentlichkeit vor. Das Gerät soll paralleles Rechnen funktional demonstrieren; auch eine Reihe Anwenderprogramme läuft bereits auf der Maschine, wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilte.

Insbesondere wolle man die einfache Programmierbarkeit der Maschine unter Beweis stellen. Zu diesem Zweck stehen derzeit eine um eine Reihe von Zusatzfunktionen erweiterte Fortran-Version und Modula-2 zur Verfügung. Optimierende Compiler befinden sich allerdings noch in der Entwicklungsphase.

Das Suprenum-Konzept sieht eine zweistufige Hardware-Architektur vor: bis zu neun Prozessoren sind zu einem Cluster zusammengefaßt und kommunizieren über Hochgeschwindigkeits-"Cluster"bus mit 64 Bit Datenwortbreite miteinander. Die Cluster selbst sind in einer Baumstruktur angeordnet und tauschen untereinander Daten und Nachrichten über den übergeordneten "Suprenum"-Bus aus.

Die gezeigte Maschine umfaßt ein Cluster mit 9 Prozessoren. Als CPUs finden Standardmikroprozessoren von Motorola Verwendung. Die Kommunikation mit dem Host läuft derzeit über Ethernet. Der Rechner soll einmal als Number Cruncher technisch-wissenschaftliche Aufgabenstellungen bewältigen, die heute Vektorprozessoren vorbehalten sind. Bis dahin ist allerdings noch etwas Zeit: Ein erster Prototyp mit vollem Leistungsumfang wird für das Jahr 1989 erwartet.