IT-intim - Die Sorgen der CIOs

Supplier-Management bringt wirklich viel

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Sie wollen unter anderem den Verwaltungsaufwand im IT-Einkauf reduzieren. Wie gehen Sie dabei vor?
Wolfgang Kuhl, CIO, Pharmaserv
Wolfgang Kuhl, CIO, Pharmaserv

Wie die meisten CIOs beschäftigen mich Virtualisierung, SAN, VoIP und Business Intelligence. Worüber nicht so viel gesprochen wird, was ich aber für ähnlich wichtig halte, ist die Konsolidierung der Lieferanten. Unser Supplier-Management hat von Jahr zu Jahr mehr Zeit in Anspruch genommen. Das lag zum einen am Best-of-Breed-Ansatz beim IT-Einkauf: Ob Server oder ERP-Systeme - den Zuschlag erhielt grundsätzlich der jeweils beste Anbieter, was die Zahl der IT-Lieferanten in die Höhe trieb. Zum anderen werden ja immer mehr Funktionen, die bisher ohne IT-Unterstützung auskamen, automatisiert, etwa in Form von Logistiksoftware oder computergestütztem Facility-Management. Auch dadurch werden es immer mehr Supplier. Und weil die Lieferanten zum Teil auch noch untereinander zu koordinieren sind, hat sich der Verwaltungsaufwand überproportional erhöht.

Wir haben uns daher vom Best-of-Breed-Gedanken verabschiedet und sind jetzt dabei, den Lieferanten-Pool sukzessive zu reduzieren. Dabei konzentrieren wir uns auf die Anbieter, die besonders leistungsfähig sind und verschiedene Lösungen aus einer Hand liefern können. Das sind dann nicht unbedingt immer die jeweils Besten ihres Fachs. Aber wenn sie unseren Bedarf decken, ist das vertretbar, weil wir den Verwaltungsaufwand reduzieren. Vor allem das qualitative Lieferanten-Management ist wichtig, für das wir daher extra eine Initiative ins Leben gerufen haben. Neben den Qualitätskennzahlen muss man aber auch etwas für die Beziehung tun. Dieses Thema wollen wir künftig ernster nehmen.

Sich von langjährigen Partnern zu trennen erfordert natürlich Mut. Aber der Zeitpunkt für ein solches antizyklisches Vorgehen ist günstig: In der Krise könnte es sich rechnen, bestimmte Verträge zu erweitern anstatt auf die Kostenbremse zu treten. Möglicherweise bekommen wir dadurch bessere Konditionen.