Jülicher Exascale-Projekt

Supercomputer mit tausendfacher Leistung geplant

24.03.2010
Von pte pte
Am Forschungszentrum Jülich soll in Kooperation mit IBM einmal mehr Europas schnellster Supercomputer entstehen.

Der für 2019 geplante Hochleistungsrechner soll die Exaflops-Grenze durchstoßen und somit über eine Trillion Rechenoperation pro Sekunde schaffen. Damit mischen Jülich und IBM beim weltweiten Supercomputing-Rennen um den Exascale-Bereich mit, den auch andere europäische Forschungsinstitutionen sowie IBM-Konkurrent Cray im Laufe des Jahrzehnts erobern wollen.

Der Jülicher Petaflops-JUGENE im Mai 2009
Der Jülicher Petaflops-JUGENE im Mai 2009
Foto: Jülich

Im Vergleich zum aktuellen Supercomputer in Jülich, dem mittlerweile ein Petaflops starken "JUGENE", bedeutet der neue Computer eine Leistungssteigerung um den Faktor 1000. Um das Langzeitprojekt erfolgreich in die Tat umzusetzen, haben das Forschungszentrum Jülich und IBM daher gestern einen Vertrag für ein gemeinsames "Exascale Innovation Center" unterzeichnet, in dem bis Ende des Jahrzehnts die notwendigen Hardware-Komponenten und Software entwickelt werden sollen.

"Die größte Herausforderung auf dem Weg zum Exaflops-Supercomputer stellt sicherlich der Energieverbrauch dar. Wenn die Verbrauchskosten im Betrieb teurer als die Hardware sind, wird dadurch die ökonomische Rentabilität in Frage gestellt", erklärt Thomas Lippert, Direktor des Jülich Supercomputing Centre (JSC), im Gespräch mit pressetext. Neben der Herausforderung, Programme für einen derartigen Supercomputer zu skalieren, bereitet den Wissenschaftlern aber auch die Speicherung der anfallenden Datenberge Kopfzerbrechen. "Da geht die Entwicklung ganz klar in Richtung internes Speichersystem", meint Lippert.

Ob man mit dem noch namenlosen Supercomputer einmal mehr den Thron als Europas schnellsten Hochleistungsrechner erringen werde, ist laut dem JSC-Direktor zweitrangig. "Angesichts des Bestrebens von Wissenschaftlern, aber auch Wirtschaftsforschern, zunehmend komplexe und mehrdimensionale Simulationen durchführen zu wollen, sind wir auf eine derartige Leistungssteigerung einfach angewiesen", erklärt Lippert im pressetext-Interview. "Im derzeitigen Petaflops-Leistungsspektrum sind der Forschung diesbezüglich noch eindeutige Grenzen gesetzt." (pte)